Der Abgas-Skandal und seine Folgen

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vor 10 Monaten

Donnerstag| 28.04.2016

Heute hat VW seine Jahresbilanzpressekonferenz abgehalten – und in der kündigte VW Chef MAtthias Müller an, dass auch dieses Jahr wieder ein schwieriges  wird für den Konzern. Als Gründe nannte er die Abgas-Krise – aber auch den harten internationalen Wettbewerb in der Autobranche. Laut Müller wird der Konzernumsatz unter dem des Vorjahres liegen. Gleichzeitig betonte der Volkswagen Chef aber auch, dass der Konzern zu seiner sozialen Verantwortung steht:

Unterdessen kann die Rückrufaktion bei VW weitergehen. Ab Dienstag bekommen 15.000 Golffahrer Post. Zuerst sollen die Modelle mit einem 2 Liter Dieselmotor in die Werkstätten zurückgerufen werden. Eigentlich sollte der Passat zuerst zurückgerufen werden – allerdings hat das Kraftfahrtbundesamt die Pläne nicht genehmigt.

Freitag| 22.04.2016

Heute wurden die Ergebnisse aus der Aufsichtsratssitzung vorgestellt. Dabei ging es unter anderem um die Boni für Top Manager. Die Bonuszahlungen sollen nicht komplett gestrichen werden. Der Konzern behält zwar 30 Prozent ein – dieses Geld wird aber in Aktien umgewandelt und geparkt. Nach drei Jahren soll dann geguckt werden wie sich der Kurs der Aktie entwickelt hat. Sollte der Wert um ein Viertel höher liegen als jetzt, wird das Geld ausgezahlt. Wenn er höher liegt gibt es mehr Geld. Liegt er allerdings darunter gibt’s auch prozentual weniger Geld. Dazu sagt Aufsichtsratsmitglied und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil:

Auch die Dividende wird dieses Jahr deutlich kleiner ausfallen. Der Konzern will für das abgelaufene Geschäftsjahr für jede seiner stimmrechtslosen Vorzugsaktion nur noch 17 Cent ausschütten. Das ist nach Ansicht von Aktionärsvertretern ein zufriedenstellendes Angebot. Für das Jahr 2014 hatten die Aktionäre noch 4 Euro 86 bekommen.


 

Der Abgas-Skandal hat VW den größten Verlust der Konzerngeschichte eingebrockt. Unterm Strich rutschte Volkswagen mit minus 1,6 Milliarden Euro massiv in die roten Zahlen. Rückstellungen für die Folgen der Diesel-Krise fressen das Ergebnis für 2015 komplett auf. 2014 hatte noch ein Gewinn von knapp 11 Milliarden Euro in den Büchern gestanden

Donnerstag| 21.04.2016

VW hat sich mit den US-Behörden einigen können. Schon im Vorfeld hatte die Zeitung „Die Welt” berichtet, dass das Einigungspapier dem zuständigen US-Richter fristgerecht präsentiert werden könne. Um 17 Uhr unserer Zeit wäre das Ultimatum von Richter Charles Breyer ausgelaufen. Dann hätte er wohl wie angedroht im Sommer den Prozeß gegen den Autobauer eröffnet. Offenbar haben die Wolfsburger keinen detaillierten Plan zur Umrüstung der 580.000 Autos vorgelegt. Laut einem Prozessbeteiligten, den die Welt zitiert, habe es sich vielmehr um eine Art Eckpunktepapier gehandelt, in dem die große Linie für die kommenden Monate festgelegt ist und an dem weitergearbeitet wird. Jeder US-Amerikaner, dessen Auto mit der Schummel-Software ausgestattet ist, soll 5.000 Dollar Entschädigung erhalten, unabhängig vom Umrüsten seines Autos.

Dienstag| 12.04.2016

Kann der Streit um die Bonuszahlungen für VW-Manager beigelegt werden? Wie die dpa erfahren hat, will ein Teil des Volkswagen Vorstands auf die umstrittenen Boni verzichten. Über einen entsprechenden Antrag soll heute der Aufsichtsrat entscheiden, heißt es aus Konzernkreisen. Details wurden aber noch nicht genannt. Das Land Niedersachsen, der Betriebsrat und die IG Metall sind gegen die Millionenschweren Boni. Der Grund ist der Abgas-Skandal. Gestern hatte schon das sechsköpfige Aufsichtsratspräsidium über die Bonuszahlungen beraten – die Gespräche sind allerdings ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Montag| 11.04.2016

Der Streit um die Bonuszahlungen für VW-Manager geht weiter. Das Präsidium des Aufsichtsrats hat sich gestern zu keiner Entscheidung durchringen können. Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte nach dem Treffen:

Das Land Niedersachsen als einer von drei Hauptaktionären hatte als Konsequenz aus der Abgas-Affäre gefordert, die Bonuszahlungen teilweise oder ganz zu streichen – auch der Betriebsrat und die IG Metall sind dafür. Mit einer endgültigen Entscheidung ist Ende des Monats zu rechnen.


Die Spitze des VW-Aufsichtsrats kommt heute zusammen – und dann geht es unter anderem um die Aufarbeitung des Abgas-Skandals – aber wohl auch um dem Streit bei den Manager-Boni. Endgültige Entscheidungen wird es wohl nicht geben, allerdings dürften einige Vorschläge diskutiert werden. Informationen aus Aufsichtsratskreisen zufolge stünden Ideen zu Kürzungen von 30 Prozent und mehr im Raum. Denkbar sei auch, einen Teil der Boni in eine Stiftung abzuführen. Die Boni sind bei VW aktuell ein heikles Thema. Die Höhe und ein möglicher freiwilliger Verzicht haben in Zeiten des Abgas-Skandals auch große öffentliche Signalwirkung. Die Vorstandsvergütungen sind aber vertraglich geregelt. Heißt: Die Vorstände müssen Änderungen zustimmen.

Mittwoch| 06.04.2016

Volkswagen hat in den USA durch den Abgas-Skandal einen herben Vertrauensverlust erlitten. Laut einer Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts hat der Wolfsburger Autobauer bei 46 Prozent der US Bürger das Vertrauen verloren. 42 Prozent der 1500 Teilnehmer stimmten der Aussage zu, dass die Affäre der deutschen Wirtschaft insgesamt langfristig schaden wird. Immerhin – 45 Prozent der Befragten halten den VW-Skandal für einen Einzelfall. Und nur 28 Prozent gaben an, dadurch das Vertrauen in das Label „Made in Germany“ verloren zu haben.

Donnerstag | 31.03.2016

Der VW-Abgas-Skandal wirkt sich weiter auf die Finanzlage Niedersachsens aus. Einbrüche vor allem im Gewerbesteueraufkommen an den Volkswagen-Standorten zwischen Harz und Küste lassen die Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich anschwellen. Umgerechnet auf die Einwohner verteilt das Land Niedersachsen pro Kopf 474 statt zuvor 455 Euro, wie das Landesamt für Statistik mitteilt. Damit liegt der Wert 5 Prozent höher als noch 2015. Treiber sind VW Standorte wie unter anderem der in Emden – dort versiebenfacht sich die Zuweisung fast. In Zukunft dürfte es aber auch noch dicker kommen – denn: Die Berechnung beinhaltet noch nicht das letzte Quartal 2015 und gerade da hatte Volkswagen weiter hart gebremst.

Donnerstag | 24.03.2016

Volkswagen muss sich an einem US-Gericht mit Hunderten Zivilklagen wegen Betrugs, Vertragsbruchs und Verstößen gegen Umweltgesetze auseinandersetzen. Der zuständige Richter Charles Breyer hatte dem deutschen Autohersteller und der US-Umweltbehörde EPA im Februar ein Ultimatum gesetzt. Dieses endet mit der heutigen Anhörung, die gegen 16 Uhr stattfinden soll. Gefordert wird eine Antwort darüber, ob eine Einigung auf einen Plan zur Umrüstung der etwa 580 000 Diesel inzwischen vorhanden ist. Bislang liegen VW und die EPA im Streit, und es deutet wenig auf eine rechtzeitige Lösung hin. VW hat schon einen Antrag auf Fristverlängerung gestellt – demnach fordert Volkswagen zwei Wochen mehr Zeit.

Montag | 21.03.2016

Auf Volkswagen rollt die nächste Milliardenklage aus Deutschland in Sachen Abgas-Skandal zu. Bis zum Herbst will der Tübinger Anlegeranwalt Andreas Tilp Schadenersatzklagen von Anlegern einreichen. „Das ist unser realistisches Ziel“, sagte Tilp dem „Tagesspiegel“. Sein Ziel sei, „dass die zweite Klage größer wird als die erste“. Er rechnet bei den weiteren Klagen mit einem Volumen von bis zu 4 Milliarden Euro. Erst vor knapp einer Woche hatte Tilp eine Klage von 278 Anlegern beim Landgericht Braunschweig ein. Bei dieser Klage geht es um Schadenersatz in Höhe von mehr als 3,2 Milliarden Euro. Bei den Anleger-Vorwürfen geht es darum, ob VW seiner Auskunftspflicht gegenüber Aktionären nachgekommen ist. Der Konzern hatte erst Tage, nachdem die US-Umweltbehörde EPA ihre Manipulationsvorwürfe am 18. September öffentlich machte, über drohende finanzielle Konsequenzen informiert. Das Unternehmen hat mehrfach seine Auffassung bekräftigt, alle Pflichten befolgt zu haben.

Dienstag | 15.03.2016

Sechs Monate nach dem Auffliegen der Abgas-Affäre wühlen sich die internen Ermittler bei Volkswagen noch immer durch riesige Datenberge. Es ist eine besonders mühselige Arbeite, denn die gesicherten Dokumente – darunter der kopierte E-Mail-Verkehr von VW-Servern – umfasst 102 Terabyte Daten. Das entspricht etwa 7800 Digitalausgaben des Brockhaus-Lexikons in 30 Bänden. Wie aus dem Konzern zu hören ist, sollen die VW-Mitarbeiter ihre Arbeit an der verbotenen Software teils mit Codewörtern verschleiert haben. Viele Dutzend davon gilt es nun aufzuspüren und auf Verdächtiges zu prüfen. In der zweiten April-Hälfte will die US-Kanzlei Jones Day einen Zwischenbericht zur Schuldfrage vorlegen. Dann soll klar sein welche Abteilungen und Ebenen wann und wie informiert und involviert waren.

Mittwoch | 09.03.2016

In der VW-Abgas-Affäre hat die US-Justiz ihre Ermittlungen gegen den deutschen Autobauer ausgeweitet. Jetzt wird auch wegen Steuervergehen ermittelt. Hintergrund ist, dass Käufer der von VW als besonders umweltverträglich beworbenen Dieselfahrzeuge einen Steuervorteil über 1.300 Dollar erhalten hatten. Außerdem ermittelt die US-Justiz noch ob Kreditgeber durch die Manipulationen von VW bei der Autofinanzierung gefährdet wurden. Betroffene Fahrzeuge mit überhöhten Abgaswerten waren ursprünglich als umweltfreundlich vermarktet worden und haben durch die Affäre dann erheblich an Wert verloren.

Dienstag | 08.03.2016

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen hat sich Betriebsratschef Bernd Osterloh zu Wort gemeldet. Als Gast einer Vortragsreihe im niedersächsischen Landtag dachte Osterloh gestern laut über die Lehren der jüngeren Zeit nach. Die Krise bei VW hat den Betriebsratschef nachdenklich gemacht. Deswegen fand er im Landtag deutliche und teils selbstkritische Worte. Osterloh sagte, Volkswagen hab in den letzten Jahren die Beziehungsarbeit vernachlässigt, sei zu sehr vom eigenen Tempo des Wachstums eingenommen – und vielleicht auch zu sehr vom eigenen Erfolg beeindruckt. Darüber hinaus habe VW ein Stück weit die Sensorik für die Gesellschaft und ihre sich wandelnden Werte verloren, so der Betriebsratschef. Desto länger er darüber nachdenke, umso deutlicher werde ihm, dass auch hier Korrekturbedarf besteht. Nicht jedes Problem könne ingenieursmäßig behandelt werden. Am Vormittag beginnt außerdem die nächste Betriebsversammlung bei VW. Im Wolfsburger Stammwerk stehen Vorstand, Betriebsrat und Aufsichtsrat den Mitarbeitern Rede und Antwort – zum dritten Mal seit dem Ausbruch der Abgas-Affäre

Montag | 07.03.2016

In der Abgas-Affäre bei VW gerät offenbar auch Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch unter Druck. Wie die Bild berichtet wusste der Finanzvorstand des Autobauers schon im September von der Manipulationssoftware. Der damalige Vorstandschef Winterkorn hatte seine Kollegen über die Software informiert. Eigentlich hätte Pötsch das per Ad Hoc-Meldung veröffentlichen müssen – hüllte sich dem Bericht zu Folge aber 2 Wochen lang in Schweigen. Anleger könnten dadurch geschädigt worden sein, heißt es.

Freitag | 04.03.2016

Volkswagen hat den Termin für die Vorstellung seiner Jahresbilanz bekanntgegeben. Am 28. April will die Konzernspitze am Stammsitz Wolfsburg die Zahlen auf den Tisch legen. Eigentlich wollte Volkswagen nächste Woche in Berlin Bilanz ziehen – das hatte sich wegen der Abgas-Krise aber zerschlagen. Laut VW waren noch zu viele Fragen offen. In knapp acht Wochen müssen diese dann also beantwortet sein. Auch ein anderer Termin wurde festgezurrt: Volkswagen hat die ebenfalls verschobene Hauptversammlung auf den 22. und 23. Juni gelegt. Zwei Tage sind dafür relativ ungewöhnlich. Nach dpa-Informationen rechnet VW mit einem turbulenten Anteilseigner-Treffen und hat deswegen vorsichtshalber zwei Tage angesetzt.

Bis zur ersten großen Rückrufwelle im Diesel-Skandal bei Volkswagen dauert es wohl noch bis Mitte des Monats. Laut VW laufen die Nachmessungen des Kraftfahrt-Bundesamtes zum Passat derzeit noch. Die betroffenen Passat-Fahrer müssen also noch etwas warten. VW sagt, dass die mit den Nachmessungen verbundene technische KBA-Freigabe für die Rückrufaktion zwar wohl noch bis zum Ende der Woche komme. Der Beginn der Aktion selber sei frühestens für nächste Woche, wahrscheinlich aber erst für Mitte März realistisch. Eigentlich sollten schon in dieser Woche die ersten Passat-Modelle in die Werkstatt. Aber: VW muss erst die Kunden anschreiben, was wegen des fehlenden grünen Lichts vom KBA aus Flensburg derzeit schlichtweg noch nicht erfolgt ist.

Donnerstag | 03.03.2016

Die nach dem Haustarifvertrag beschäftigten VW-Mitarbeiter können sich freuen. Sie konnten heute Morgen in der Mitarbeiterzeitschrift „Mitbestimmen“ lesen, dass sie eine Bonuszahlung bekommen. Darauf einigten sich demnach VW-Boss Matthias Müller und Betriebsratschef Bernd Osterloh. Und das obwohl der Konzern durch den Abgas-Skandal in den roten Zahlen steckt. Wie hoch die sogenannte „Anerkennungszahlung“ ausfallen wird, wollten die beiden noch nicht verraten. Die Einmalzahlung erhalten alle Tarifbeschäftigten in den Werken Emden, Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Wolfsburg und Kassel.

Dienstag | 01.03.2016

Im Laufe des Tages ist der Abgas-Skandal bei Volkswagen zum ersten Mal Thema an einem deutschen Gericht. Ein VW-Käufer aus dem Ruhrgebiet will sein Auto zurückgeben. Der Universitätsprofessor will seinen Tiguan mit der Schummelsoftware zurückgeben. Deswegen klagt er am Landgericht Bochum gegen ein örtliches VW-Autohaus auf Rückabwicklung seines Kaufvertrages. Eine technische Nachbesserung des Autos lehnt der Mann ab. Allerdings sagte sein Anwalt im Vorfeld, sein Mandant sei vergleichsbereit und würde auch einen neuen Wagen kaufen. Dafür müsse der Händler ihm aber den Kaufpreis zurückerstatten – abzüglich des Wertverlusts wegen der rund 20-tausend gefahrenen Kilometer. Mit seiner Forderung ist der Bochumer nicht allein. Weltweit hatten sich nach dem Ausbruch der Abgas-Affäre enttäuschte VW-Kunden gemeldet.

Montag | 29.02.2016

Der Abgas-Skandal von Volkswagen zieht immer weitere Kreise. Einem Zeitungsbericht zufolge, hat der Autobauer nun gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Laut Medienberichten habe ein VW-Manager den damaligen Boss Martin Winterkorn bereits am 4. September über die Abgas-Manipulationen in Kenntnis gesetzt. Die Öffentlichkeit hatte aber erst am 18. September von der US-Umweltschutzbehörde davon erfahren. VW selbst beichtete erst am 20. September. Einen Tag darauf brach die Aktie um 20 Prozent ein. Die Aktionäre verloren an zwei Tagen 27 Milliarden Euro. Sollte sich das bewahrheiten, könnte VW zusätzlichen Ärger bekommen. Börsendotierte Unternehmen haben nämlich die gesetzliche Pflicht, Informationen, die den Aktienkurs erheblich beeinflussen können, unverzüglich öffentlich zu machen.

Freitag | 26.02.2016

In der Affäre um manipulierte Abgaswerte muss Volkswagen in den USA jetzt liefern. Wie ein US-Richter entschieden hat, hat der Wolfsburger Konzern bis Ende März Zeit, um einen Plan mit Lösungen vorzulegen. Darin muss klar werden, wie die Abgaswerte wieder in den Normbereich gebracht werden sollen. 600.000 Fahrzeuge sind in den USA von der Manipulation betroffen. Durch eine Sammelklage von fast 200 Kunden droht VW eine Milliardenstrafe.

Sonntag | 14.02.2016

Die „Bild am Sonntag“ beruft sich auf interne Dokumente – aus denen soll hervorgehen, dass Ex-VW-Chef Martin Winterkorn schon im Mai 2014 von den überhöhten Abgaswerten von Diesel-Fahrzeugen in den USA wusste. Demnach wurde er damals schriftlich von einem Mitarbeiter über drohende Ermittlungen in den USA informiert. Der Ex-VW-Chef wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Vorwürfen äußern.

Samstag | 13.02.2016

Die hierzulande vom Abgas-Skandal betroffenen zweieinhalb Millionen VW-Dieselfahrer bekommen in den nächsten Tagen Post aus Wolfsburg. Eigentlich sollte das schon vor zwei Monaten der Fall sein, allerdings habe es Verzögerungen gegeben, sagte ein Sprecher.  Die BILD-Zeitung schreibt, in dem Schreiben werde gesagt, dass das jeweilige Auto von dem Rückruf betroffen ist. Details zu einem möglichen Termin in der Werkstatt folgen dann in einem zweiten Brief je nach Motorgröße und Modell.

Montag | 08.02.2016

Der Volkswagen-Konzern will den Marktanteil der Kernmarke VW in Deutschland verteidigen. Der Vertriebschef für Volkswagen Pkw in Deutschland, Thomas-Werner Zahn, sagte der „Automobilwoche“, man werde schon im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Aufwärtstrend sehen.


VW-Konzernchef Matthias Müller hat die Abstimmungswege mit seinem Top-Management wie angekündigt erheblich verschlankt. Die Zahl der direkt an ihn berichtenden Führungskräfte sei wie geplant „nahezu halbiert“ worden, hieß es von VW aus Wolfsburg. Müllers Kernteam mit einer Direktberichtsfunktion unterhalb des Vorstands besteht aus insgesamt zwölf Posten.

Samstag | 06.02.2016

Die Klagewelle gegen Volkswagen in den USA nimmt weiter an Fahrt auf. Jetzt hat auch der Bundesstaat New Jersey ein Verfahren gegen die Wolfsburger eingeleitet. In der Anklage heißt es, der VW-Konzern habe sich im letzten Jahrzehnt „in einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Automobilindustrie engagiert“ – auch mit seinen Töchtern Audi und Porsche.


Jetzt gibt es auch in Belgien einen konkreten Rückrufplan für die manipulierten VW-Autos. Laut der Nachrichtenagentur Belga sollen ab März die ersten der gut 320.000 betroffenen Fahrzeuge in die Werkstätten rollen.

Freitag | 05.02.2016

Volkswagen will seine Geschäftsergebnisse später veröffentlichen – und verschiebt deswegen die Bilanz. Auch die Hauptversammlung werde verschoben, hieß es am Nachmittag. Als Grund nannten die Wolfsburger offene Fragen im Zusammenhang mit der Abgasthematik und den Bewertungen, die sich daraus ergeben.


Das war es für den Taigun! Volkswagen kippt die Pläne für den dreitürigen Stadtgeländewagen. Ein Konzernsprecher sagte, das Auto, wie VW es bisher gezeigt habe, sei zu kurz. Allerdings werde beim Autosalon in Genf nächsten Monat eine Alternative zum Taigun vorgestellt.

Mittwoch | 03.02.2016

Beim VW-Rückruf sollen im März die Passat-Modelle folgen. Das gab Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt jetzt bekannt. Der wegen des Abgas-Skandals gestartete Rückruf von insgesamt 2,4 Millionen VW-Diesel-Autos in Deutschland nimmt schrittweise an Fahrt auf. Begonnen hat die Großaktion vor wenigen Tagen mit dem Pick-up-Truck Amarok. Dobrindt überzeugte sich gestern beim Besuch eines VW-Händlers in Berlin selbst, wie eine neue Motorsoftware aufgespielt wurde. Er wurde dabei von VW-Kernmarken-Chef Herbert Diess begleitet. Der kündigte an, dass in den kommenden Wochen immer mehr VW-Kunden angeschrieben werden. Als nächstes seien die Passat-Modelle an der Reihe. Bei betroffenen Motoren mit 1,2 und 2 Liter Hubraum reicht ein Software-Update. Bei den 1,6-Liter Modellen muss zusätzlich ein Bauteil eingesetzt werden.

Samstag | 30.01.2016

Jetzt gibt es offenbar einen ersten Gerichtstermin. Die „WAZ” schreibt, am 2. März klage ein VW-Besitzer am Landgericht Bochum gegen ein Autohaus. Bundesweit ist es der erste Prozess in dieser Sache. Im konkreten Fall geht es um einen Touran. Wegen der Schummel-Software würde der Besitzer den Autokauf gern rückabwickeln. Eigentlich habe er einen Austauschwagen haben und das Ganze außergerichtlich klären wollen, sagt der Anwalt des Mannes. Das Autohaus habe aber nicht reagiert – daher jetzt der Klageweg gegen den Händler.

Montag | 25.01.2016

Das VW-Werk in Emden bekommt einen neuen Chef. Andreas Dick übernimmt die Fabrikleitung und folgt damit auf Frank Fischer, der nach Wolfsburg wechselt. In der Zentrale wird Fischer bei der Kernmarke VW-Pkw die Produktion der Baureihe Mid- und Fullsize lenken.


Volkswagen muss sich noch etwas gedulden. VW wartet immer noch auf die endgültige Zustimmung zum Rückrufplan durch das Kraftfahrt-Bundesamt – warum ist unklar. Das KBA selbst hat sich dazu noch nicht geäußert. Das KBA muss die geplanten Nachbesserungen sukzessive freigeben. Zuerst soll der Amarok in die Werkstatt; dann ist der Passat dran, die betroffenen Halter sollen in den nächsten Wochen Post von VW bekommen.

Samstag | 23.01.2016

Ein Kronzeuge hat Volkswagen bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals voran gebracht. Wie die Süddeutsche berichtet, hat der Kronzeuge in den vergangenen Monaten umfassend ausgesagt. Laut dem Bericht ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft gegen ihn. Der Kronzeuge hat ausgesagt, dass nahezu alle mit den Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung von den Manipulationen gewusst hätten oder gar daran beteiligt gewesen seien. Weiter sagt er, dass eine Art Schweigegelübde abgelegt wurde, um sich zu schützen. Volkswagen hat sich bisher noch nicht geäußert. VW hat mit einer Software seine Abgaswerte manipuliert, um eine großangelegte Diesel-Offensive in den USA zu starten. VW hatte damals massive Absatzprobleme in dem Land.

Dienstag | 19.01.2016

VW bekommt jetzt Unterstützung von einem ehemaligen FBI-Chef. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, soll Louis Freeh dem Wolfsburger Autobauer in Sachen Abgas-Skandal unter die Arme greifen. Der Vorstand will ihn als US-Sonderbeauftragten einsetzen. Ein VW-Sprecher wollte das am Abend allerdings nicht bestätigen. „Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren“, so der Sprecher.

Samstag | 16.01.2016

Der Spiegel schreibt, in der Untersuchungskommission zur Aufklärung des VW-Skandals sitze kein einziges unabhängiges Mitglied. Stattdessen habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Gremium komplett mit Industriefreunden besetzt. So sei auch zu erklären, dass Dobrindt keine Namen preisgeben wollte. Mehr noch: Dass es trotz konkreter Hinweise auf erhöhte Abgaswerte auch bei anderen Herstellern noch immer keine Reaktion gegeben habe, sei bei der einseitigen Besetzung kein Wunder.


Volkswagen verschickt im Abgas-Skandal wie es aussieht in den nächsten drei Wochen die ersten Rückrufbriefe an Kunden in Deutschland. Die „Welt am Sonntag“ beruft sich auf das Bundesverkehrsministerium und schreibt, dabei gehe es erstmal um 2-Liter-Motoren.

Freitag | 15.01.2016

Volkswagen muss als Konsequenz aus dem Abgasskandal erstmal auf frische Darlehen der Europäischen Investitionsbank verzichten. Die Bank hat entschieden, neue Kredite vorerst zurückzustellen.Um welche Beträge es dabei gehen könnte, blieb offen. Die Bank ist vor allem besorgt über Anschuldigungen eines möglicherweise betrügerischen Verhaltens. Die EIB ist die Hausbank der EU und fördert unter anderem Infrastruktur- und Energieprojekte sowie Forschung und Entwicklung von Unternehmen.

Donnerstag | 14.01.2016

Der Volkswagen-Konzern bekommt im Abgas-Skandal offenbar den Ärger der Autobesitzer zu spüren. Immer mehr Kunden schließen sich Sammelklagen gegen VW an, das berichtet die Rheinische Post. Demnach haben sich in Europa bisher 60.000 registrieren lassen, pro Woche kämen mehrere hundert hinzu, so ein Anwalt. Unterdessen ist das Gespräch zwischen VW-Chef Matthias Müller und der US-Umweltbehörde EPA ohne Lösungen zu Ende gegangen. Gestern gab es noch keine Einigung  darüber, wie die betroffenen Autos nachgerüstet werden sollen.

Montag | 11.01.2016

Der Volkswagen-Konzern plant nach den Abgasmanipulationen eine Großinvestition in den USA – die Rede ist von mehr als 800 Millionen Euro. So soll im Werk in Chattanooga ein neuer Midsize SUV gebaut werden. Die Produktion soll Ende des Jahres starten. Mehr als 2.000 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. Das gab der neue VW-Chef Müller bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten bekannt.

Dienstag | 05.01.2016

Der Abgas-Skandal scheint VW bei den Verkaufszahlen in Deutschland nicht zu schaden. Wie die Bild erfahren hat, hat Volkswagen im vergangenen Jahr mehr Neuwagen verkauft als 2014. Insgesamt wurden im letzten Jahr 685 669 Neuwagen in Deutschland zugelassen – das ist ein Plus von 4,4 Prozent. Auch auf dem Höhepunkt des VW-Skandals im Dezember 2015 stieg die Zahl der VW-Neuzulassungen um 2,5 Prozent. In den USA sieht das aber schon wieder anders aus. Während der US-Automarkt 2015 boomte, sank der Absatz bei dem Wolfsburger Autobauer. Im Jahresvergleich sankt der Absatz der Kernmarke VW um 9,1 Prozent.

Dienstag | 29.12.2015 

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen in der Schweiz Kunden gekostet. Der Chef des dortigen VW-Generalimporteurs AMAG sagte dem „Tages-Anzeiger“, dass seit Bekanntwerden der Manipulationen um die fünf Prozent weniger VW-Fahrzeuge abgesetzt wurden. Es gebe Kunden, die sagen: Das akzeptiere ich nicht, Punkt. Zwar seien es verhältnismäßig wenige, aber er könne das verstehen. AMAG ist der offizielle Vertriebspartner des VW-Konzerns in der Schweiz und führt die Autos der VW-Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat sowie Bentley in das Land ein.

Montag | 28.12.2015 

Die Abgas-Manipulationen bei VW sind auch Thema auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs in Hamburg. Ein Hacker hat den Code der Abgas-Software analysiert und so herausgefunden, wie das Schummel-Programm arbeitet.


Ex-VW-Boss Martin Winterkorn könnte noch einmal mit einem blauen Auge aus der Abgas-Affäre hinauskommen. Wirtschaftsexperten sagen zwar, dass seine Manager-Haftpflichtversicherung den entstandenen Schaden nicht komplett decken könne und Winterkorn deswegen aus seinem Privatvermögen zahlen müsse. Existenzbedrohend dürfte das Ganze für ihn aber nicht werden, sagte Franz W. Rother am Morgen im Ersten. Dass Winterkorn von den Manipulationen so wie er sagt bis zuletzt nicht mitbekommen hat, bezweifelt Rother. Lob für VW gab es auch: Der Konzern habe in den letzten Wochen sein technisches Können bewiesen.

Mittwoch | 23.12.2015

In den USA könnten die drohenden Schadenersatz-Ansprüche gegen VW möglicherweise doch schneller abgewickelt werden als gedacht. Zumindest sieht der von Volkswagen angeheuerte Star-Anwalt Kenneth Feinberg gute Chancen auf eine Einigung mit klagenden VW-Kunden außerhalb eines normalen, langwierigen Gerichtsverfahrens. Der Jurist sagte dem „Handelsblatt“, wenn sein Programm so wie geplant funktioniere, dann werde der Prozess viel schneller, effizienter und kostengünstiger sein sowie Unsicherheiten beseitigen. Wie viel sein Programm VW kosten wird, konnte er noch nicht sagen.


Im US-Bundesstaat Kalifornien will der Elektromotorhersteller Tesla Volkswagen vom Nachrüstzwang für manipulierte Dieselmotoren befreien. Natürlich macht der Tesla-Chef den Vorschlag nicht aus reiner Liebe zu VW, schreibt die „Zeit“. Die Forderung: VW solle das Geld lieber in emissionsfreies Fahren, also in Elektro-Antriebe, investieren. Dadurch sei der Umweltnutzen mindestens zehn Mal so hoch als bei einem einfachen Software-Update.

Dienstag | 22.12.2015

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen VW könnten sich lange hinziehen. Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe sagte der „Süddeutschen Zeitung“, immerhin müsse ein möglicher Tatzeitraum von bis zu zehn Jahren aufgearbeitet werden. Einen Zwischenstand könne und werde man deswegen wohl nicht geben, sagte Ziehe – sondern nur ein Ergebnis am Ende. Mit fünf Ermittlern sei ein Zwölftel des Personals seiner Behörde derzeit nur mit dem Fall VW beschäftigt. Dazu kommen 20 Sonder-Ermittler des LKA Niedersachsen.


Im Zuge des Abgas-Skandals bei Volkswagen spricht sich Konzernchef Matthias Müller dafür aus, dass auch die Vergütungen des Vorstands gekürzt werden. Müller sagte der „Wirtschaftswoche“, vor allem gehe es um den Bonus für dieses Jahr. Es sei klar, dass VW den Gürtel enger schnallen müsse – vom Vorstand bis zum Tarifbeschäftigten. Auch hier müsse die Unternehmensspitze Vorbild sein. Auf wie viel er selbst verzichten will, sagte er allerdings nicht.

Sonntag | 20.12.2015 

Bei Volkswagen soll künftig mehr rotiert werden. VW-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch sagte der “Welt am Sonntag“, dass manche Manager in Zukunft häufiger ihren Posten wechseln sollen. Zum Beispiel sollen Motor-Experten sollen dann auch mal zwischen den Konzernmarken wechseln. Auto-Fachmann Stefan Bratzel hält das für sinnvoll: Je länger Menschen miteinander arbeiteten, könnten sich Dinge einschleichen, die man nicht will.

Mittwoch | 16.12.2015

Die technische Aufarbeitung des Abgas-Skandals nimmt an Fahrt auf. Die Maßnahmen für die betroffenen 1,2l, 1,6l und 2,0l Dieselmotoren der Baureihe EA189 wurden vom Kraftfahrtbundesamt genehmigt. Heißt: Alle VW Kunden werden in den nächsten Tagen vom Konzern über die weiteren Abläufe informiert. Die Umsetzung der Maßnahmen soll dann Ende Januar 2016 beginnen. Die 1,2 l und 2,0 l Aggregate bekommen ein Software Update in der Werkstatt – die Arbeitszeit für den Vorgang beträgt lediglich einen halbe Stunde. Die 1,6 Liter Aggregate bekommen ebenfalls ein Software Update. Zusätzlich wird bei diesen Motoren noch ein Luftmassenmesser befestigt.


Jetzt muss sich VW schon wieder neuen Vorwürfen stellen. Diesmal geht’s aber nicht um manipulierte Abgas-Werte, sondern um Kreditbetrug. Die Süddeutsche berichtet, dass das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung jetzt Ermittlungen gegen Volkswagen aufgenommen hat. Es geht darum, dass der Wolfsburger Autobauer EU-Gelder für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet haben und damit rechtswidrig benutzt haben soll. Die Zeitung beruft sich dabei auf EU Kreise. Das Amt verweist aber auch darauf, dass die Untersuchungen noch nicht bedeuten, dass Volkswagen tatsächlich betrogen hat.

Sonntag | 13.12.2015

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zieht offenbar Konsequenzen aus dem VW-Abgas-Skandal. Wie die Bild am Sonntag schreibt, müssen Autohersteller künftig die Motorsoftware beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg offenlegen. Außerdem sollen Mitarbeiter vom TÜV und der Dekra die Werte überprüfen. VW hatte eine Schummelsoftware eingesetzt, die die Abgaswerte auf dem Prüftstand deutlich nach unten schraubt und im Normalbetrieb nicht.

Freitag | 11.12.2015

Im VW-Abgas-Skandal sind noch viele Fragen offen. Das ARD-Magazin Kontraste hat versucht, Einblick in die Abgas-Tests des Kraftfahrtbundesamtes zu bekommen. Denn das KBA wollte ja auch andere Autohersteller überprüfen. Die Ergebnisse bleiben geheim. Ähnlich sieht es bei der Untersuchungskommission zum VW-Abgas-Skandal aus. Laut “Kontraste” weiß nicht einmal der Bundestag, wer überhaupt in diesem Gremium sitzt.

Donnerstag | 10.12.2015

Es war heute die große Stunde der VW-Führungsspitze in Wolfsburg. Erstmals seit dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals standen Vorstands-Chef Matthias Müller und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Öffentlichkeit ausführlich Rede und Antwort. Der Konzern kommt bei Aufklärung und der Suche nach technischen Lösungen gut voran, war die Kernbotschaft. Müller kündigte außerdem einen Kultur- und Strukturwandel an. “Ja-Sager” soll es im Unternehmen nicht mehr geben, mehr „Silicon Valley“ wird gewünscht, und der firmeneigene Airbus wird verkauft, ließ der VW-Konzernchef verlauten. Bescheidenheit, Offenheit und mehr Erfindergeist solle das Unternehmen zum Erfolg führen. Um Manipulationen zu verhindern, gelte künftig in der Entwicklung das Vier-Augen-Prinzip.


VW-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch und Konzernchef Matthias Müller. Foto: Radio38

Volkswagen will mit einer grundlegenden Neuausrichtung Skandale wie die Abgas-Affäre künftig verhindern. So ernst die aktuelle Situation auch sei, das Unternehmen werde nicht daran zerbrechen, sagte Konzernchef Matthias Müller. Strukturen und Denkweise sollten verändert werden. Bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal hat die VW-Spitze weiterhin nur einen relativ kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. Seither seien über 1.500 Datenträger und mehr als 80 Mitarbeiter-Interviews geführt worden. 450 Experten arbeiteten an der Aufklärung. Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln achten und Emissions-Prüfungen extern durchführen lassen. Es gelte künftig das Vier-Augen-Prinzip, um Manipulationen zu erschweren. Beim Sparkurs setzt die Konzernspitze den Rotstift auch bei sich selbst an: Ein Airbus der hauseigenen Flugzeugflotte soll verkauft werden.

Mittwoch | 09.12.2015

Trotz des geringeren Ausmaßes der CO2-Falschangaben bei Volkswagen hält das Kraftfahrt-Bundesamt an vorgesehenen Nachmessungen fest. Die Behörde hatte nach Bekanntwerden möglicher Abweichungen angeordnet, dass die CO2-Werte der betroffenen Fahrzeuge neu festzustellen sind. «Diese Messungen werden ungeachtet der nunmehr vorliegenden Bewertung durch Volkswagen in vollem Umfang durchgeführt», sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Der Wolfsburger Konzern hatte zuvor mitgeteilt, dass wohl nur 36 000 statt wie zuvor angenommenen 800 000 Fahrzeuge von der CO2-Problematik betroffen sind. VW schließt nach eigenen Angaben die internen Untersuchungen zum CO2-Ausstoß weitgehend ab, hieß es.


In Wolfsburg kommt heute erneut der VW-Aufsichtsrat zusammen. Darin geht es erneut um Wege aus der Abgas-Krise.
Für einen Großteil der in Europa zugelassenen Autos konnte VW inzwischen technische Lösungen nach den Abgas-Manipulationen präsentieren. In den USA laufen derzeit noch die Gespräche mit den zuständigen Behörden. VW drohen weltweit Schadenersatz und Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Und offenbar ist man auch bei der Suche nach den Schuldigen ein gutes Stück vorangekommen. Die Konzern-Revision soll inzwischen gigabyte-weise Datenmaterial gesichtet und ausgewertet haben. Morgen will Konzern-Chef Matthias Müller auch der Öffentlichkeit einen Zwischenbericht präsentieren.

Dienstag | 08.12.2015

FDP-Fraktion klagt gegen Landesregierung in Sachen VW-Skandal. Insgesamt sechs Abgeordnete haben beim Staatsgerichtshof Klage wegen angeblichen Verstoßes gegen die Auskunftspflicht eingereicht. Die FDP-Abgeordneten behaupten in der Diesel-Affaire nicht richtig informiert worden zu sein. Regierungschef und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil habe bei einer schriftlichen Anfrage der FDP-Fraktion gegen sein Auskunftsrecht verstoßen. Die Landesregierung begründete ihre Verweigerung unter anderem mit einem Verweis auf Vorgaben des Aktienrechtes, welches für Mitglieder des Aufsichtsrates eine Verschwiegenheitspflicht vorsieht. Ob es in dem Verfahren auch zu einer Verhandlung kommt, ist noch offen.

Freitag | 04.12.2015

Der Stahl-Manager Karlheinz Blessing soll neuer Personalvorstand bei Volkswagen werden. Der Tagesspiegel und die dpa berufen sich auf Konzernkreise und schreiben, der VW-Aufsichtsrat wolle Blessing auf seiner Sitzung nächsten Mittwoch ernennen. Der 58-Jährige ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Dillinger Hütte und der Saarstahl AG.


Die juristische Aufarbeitung der VW-Abgas-Affäre kommt in Fahrt. Unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, es gebe in den USA inzwischen fast 500 Sammelklagen gegen Volkswagen. Demnach muss sich nicht nur VW direkt verantworten. Die Klagen richten sich darüber hinaus gegen die VW-Töchter Audi und Porsche sowie gegen den Zulieferer Bosch. Auch Ex-VW-Chef Martin Winterkorn muss sich verantworten, genau wie der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn.


 

Volkswagen hat in Großbritannien mit einem massiven Absatzeinbruch zu kämpfen. Vom zuständigen Branchenverband heißt es, im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Zahl der Neuzulassungen um 20 Prozent gesunken.

Donnerstag | 03.12.2015

Das Ausmaß des Skandals um falsche CO2-Werte bei Volkswagen scheint kleiner zu sein als zunächst befürchtet. Vor einem Monat hatte VW mitgeteilt, dass rund 800.000 Autos von Unregelmäßigkeiten bei CO2-Messungen betroffen seien. Jetzt sagte ein Konzernsprecher, die Zahl der verdächtigen Autos schrumpfe von Tag zu Tag. Genaue Angaben, wieso sich bei einigen Modellen die Unregelmäßigkeiten quasi in Luft aufgelöst hätten, machte der Sprecher nicht.


Von der VW-Tochter Skoda gibt es Entwarnung. Die Deutschlandchefin sagte, Skoda sei nicht vom Skandal um zu hohe CO2-Werte betroffen. Autohäuser könnten entsprechende Warnhinweise entfernen. VW hatte vor einem Monat Unregelmäßigkeiten bei CO2-Abgasmessungen zugegeben. Damals hatte es geheißen, auch der Skoda Octavia sei davon betroffen.


Das ARD-Magazin Monitor berichtet heute Abend, dass auch Opel deutlich überhöhte CO2-Werte bei seinen Autos festgestellt hat. In einem internen Test lagen Verbrauch und CO2-Emissionen bei einem Opel Zafira Diesel um 15 Prozent höher als angegeben. Messungen von Monitor ergaben ebenfalls erhöhte Werte. Der getestete Motortyp wird auch in anderen Fahrzeugen der Opel-Mutter General Motors verbaut. Sollten sich die Messungen bestätigen, drohen dem Konzern finanzielle und strafrechtliche Konsequenzen

Mittwoch | 02.12.2015

Volkswagen will sich wie es aussieht noch in dieser Woche Milliardenkredite von mehreren Banken besorgen. Damit will der Konzern seine Finanzkraft inmitten des Abgas-Skandals demonstrieren. Aus Konzernkreisen heißt es, VW plane eine „Brückenfinanzierung“ über mehrere Milliarden Euro. Eine solche könnte dann die Anleger beruhigen, die wegen drohender Strafzahlungen und Schadenersatz-Forderungen gegen Volkswagen um das finanzielle Polster der Wolfsburger fürchten. Offiziell ist das Ganze aber noch nicht.


VW hat in Deutschland wieder weniger Autos auf die Straße gebracht. Das Kraftfahrtbundesamt sagt, letzten Monat sei die Zahl der Neuzulassungen bei VW im Vorjahresvergleich um zwei Prozent gesunken. Dem entgegen wurden aber bundesweit gut neun Prozent mehr Autos verkauft. Die VW-Töchter Audi und Skoda dagegen konnten im November zulegen.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Rund 20.000 VW-Beschäftigte sind am Vormittag zur Betriebsversammlung im Volkswagen Werk Wolfsburg gekommen. Vor allem die Leiharbeiter wollten dabei wissen, wie es inmitten der Abgas-Krise um ihren Job steht. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ fallen am Standort Hannover 300 Leiharbeitsstellen weg. Auch deswegen richtete Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh klare Worte an den Vorstand. Er forderte eine baldige, ehrliche Ansage für die Leiharbeiter. Für die Leiharbeiter am Standort Wolfsburg gab Osterloh erstmal Entwarnung. Zumindest im ersten Quartal seien die Jobs sicher.

Dienstag | 01.12.2015

Im Wolfsburger Schloss steht heute Abend das traditionelle Adventsgespräch zwischen Vertretern der Stadt und Volkswagens an. Oberbürgermeister Klaus Mohrs hat unter anderen VW-Chef Matthias Müller und Betriebsratschef Bernd Osterloh eingeladen. Außerdem soll VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche eine Rede halten. Als Krisensitzung ist das Ganze offiziell nicht angesetzt.


In den USA sollen die Klagen gegen VW gebündelt werden. Volkswagen und die US-Behörden wollen die über 350 Klagen damit schneller und geordneter abfertigen. Übermorgen soll es eine Entscheidung zu einer möglichen Bündelung geben.

Freitag | 27.11.2015

Als Folge des Abgas-Skandals müssen die rund 120.000 Mitarbeiter im Haustarifvertrag von Volkswagen wohl auf die sonst übliche Bonuszahlung für das laufende Jahr verzichten. “Zehn Prozent von null ist null” sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh in Wolfsburg. Mit der “Zehn” meint er die zehn Prozent des operativen Gewinns der Pkw-Kernmarke, die sonst immer im Frühjahr an die Haustarif-Beschäftigten ausgeschüttet werden. Letztes Jahr waren das fast 6.000 Euro für jeden.


Die Marke Volkswagen hat aus Sicht des Betriebsrats vor allem wegen des Skandals um falsche Angaben zum Spritverbrauch mit sinkenden Verkäufen zu kämpfen. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, das Thema CO2 habe eine Vertrauenskrise ausgelöst. Es gebe eine Kaufzurückhaltung. Dabei seien für die Kunden die geschönten CO2- und damit auch Spritverbrauchswerte deutlich entscheidender als die Manipulationen beim Stickoxid-Ausstoß


Die Nutzung von Audi-Motoren hat Porsche mit in die Diesel-Affäre gezogen – zu einem Streit hat das nach Darstellung der Stuttgarter Volkswagen-Tochter aber nicht geführt. Ein Porsche-Sprecher sagte, von Zwist unter Konzerntöchtern könne keine Rede sein. Man stehe in engem Kontakt mit Audi, um die Vorwürfe aufzuarbeiten und Lösungen zu finden. Zuletzt hatte Porsche eingestehen müssen, dass rund 13.000 mit einem Audi-Dieselmotor ausgestatteten Porsche-Cayennes eine in den USA verbotene Software an Bord haben.

Donnerstag | 26.11.2015

Jetzt muss VW auch in Südkorea Autos zurückrufen. Insgesamt müssen wohl 125.000 Wagen in die Werkstatt, das hat das Umweltministerium in Seoul geschrieben. Die Behörde hat – nachdem Volkswagen zugegeben hat die Abgas-Werte an den Diesel Autos zu manipulieren – eigene Tests gemacht. Nun soll VW bis Anfang Januar einen Plan zum Rückruf vorlegen. Betroffen sind in Südkorea auch die Motoren des Typs EA189. Das Umweltministerium in Seoul hat auch schon angekündigt die Untersuchungen auf 16 weitere Autobauer auszuweiten.

Mittwoch | 25.11.2015

In der Abgas-Krise genehmigt das Kraftfahrt-Bundesamt die Vorschläge von Volkswagen zur Überarbeitung der ersten manipulierten Dieselmotoren. Damit können beim 1,6-Liter-Antrieb eine Veränderung am Luftgitter und ein Software-Update eingesetzt werden, um die gültigen Emissions-Normen zu erreichen. Für die größeren 2,0-Liter-TDI-Motoren reiche dagegen das Aufspielen eines neuen Programms aus, hieß es von VW. Eine Lösung für die kleinen 1,2-Liter-Motoren soll bis zum Monatsende vorliegen. Man werde “mit jedem Kunden Kontakt aufnehmen” und den betroffenen Autobesitzern während des Rückrufs eine kostenlose “Ersatzmobilität” anbieten, hieß es. Zudem verzichte VW bis Ende 2016 auf eine Verjährung von Gewährleistungsansprüchen.

Dienstag | 24.11.2015

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen VW jetzt auch wegen Steuerhinterziehung. Das Verfahren sei im Zusammenhang mit den falschen CO2-Angaben eröffnet worden, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe. Es gebe derzeit fünf Beschuldigte aus dem Bereich des VW-Konzerns, bei denen ein Anfangsverdacht auf Straftaten bejaht worden sei. Der Kohlendioxid-Ausstoß eines Autos ist ein wichtiges Kriterium für die Berechnung der Kfz-Steuer. Wenn – wie von VW mitgeteilt – hier zu geringe Werte angegeben worden seien, könne dem Staat ein entsprechender Schaden aus zu geringen Steuerzahlungen entstanden sein.


Volkswagen weist Vorwürfe zurück, Anfang des Monats die Öffentlichkeit bewusst falsch über Manipulationen bei Diesel-Motoren der Tochter Audi informiert zu haben. “Es bestand eine unterschiedliche Auffassung zur technischen Bewertung des Sachverhalts. Dies ist Gegenstand der aktuellen Diskussion mit den amerikanischen Behörden”, sagte ein VW-Sprecher. Grundsätzlich basierten die Aussagen des Konzerns immer auf dem aktuellen Kenntnisstand der jeweiligen Sachlage.

Montag | 23.11.2015

Audi gibt im Abgas-Skandal der Konzernmutter Volkswagen die Installation einer Software zu, die in den USA als illegales Schummelprogramm gilt. Das Unternehmen teilte am Abend mit, den US-Behörden bei der Zulassung von 3,0-Liter-Diesel-Autos insgesamt drei Software-Programme nicht offengelegt zu haben. Eines davon werde nach geltender US-Gesetzgebung als “Defeat Device” betrachtet. Als Defeat Device bezeichnen die US-Umweltbehörden EPA und CARB verbotene Programme zur Manipulation von Abgas-Messwerten bei Emissionstests.


Bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals will Volkswagen Mitte Dezember einen Zwischenbericht vorlegen. Das kündigte VW-Chef Matthias Müller am Abend in Wolfsburg an. Er sagte, die Untersuchungen liefen auf Hochtouren. Die VW-Revision habe inzwischen zahlreiche Computer und Smartphones sowie mehrere Gigabyte an Daten sichergestellt. Außerdem würden Gespräche geführt, Hinweise verfolgt und Gremienprotokolle gesichtet. Der Aufwand für die Nachrüstung der manipulierten Fahrzeuge hält sich laut Müller in Grenzen. Er sei “technisch, handwerklich und finanziell überschaubar”.  Anders als zunächst angenommen seien auch bei den mittelgroßen 1,6 Liter-Dieselmotoren grundlegende Eingriffe am Motor nicht notwendig. Zwar seien neben einem Software-Update auch Hardware-Maßnahmen erforderlich. Dabei gehe es aber um “relativ einfache Veränderungen” am Luftgitter beziehungsweise an der Luftfilterkassette.


Eisarena3

Volkswagen hat dementiert, dass es beim Sport-Sponsoring eine konkrete Streichliste gibt. Damit widersprach der Konzern einem BamS-Artikel. Die Zeitung hatte behauptet, dass VW sein Sponsoring im Sportbereich massiv drosselt. Dabei war auch von Skoda-Geldern an die Grizzlys Wolfsburg die Rede. Der Eishockey-Bundesligist sieht seine Zukunft weiterhin in der DEL. Grizzly-Geschäftsführer Charly Fliegauf sagte, es gebe bislang keine Signale, dass es mit dem Eishockey am Standort Wolfsburg zu Ende geht. Ein Komplett-Ausstieg des Volkswagen-Konzerns würde das DEL-Aus bedeuten. Fliegauf setzt darauf, dass VW zwischen überregionalem und Engagement am Standort unterscheidet.


Der TÜV-Nord wirft der Bundesregierung eine Mitschuld an der Abgas-Affäre vor. Wie TÜV-Chef Rettig der Welt sagte, habe man seit Jahren Einblick in die Motorsteuerung bei Autos gefordert – das hätten die Hersteller aber unter Verweis auf Betriebsgeheimnisse abgelehnt. Und die Bundesregierung habe im Sinne der Autokonzerne entschieden. Fraglich ist allerdings, warum dem TÜV bei den Testläufen nicht zu mindest aufgefallen ist, dass die Motoren manipuliert wurden. Zuletzt hatte der TÜV sogar Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe zurückgewiesen, dass auch andere Hersteller ihre Motoren manipuliert haben.

Sonntag | 22.11.2015

Wegen der Abgasaffäre will VW beim Sponsoring von Sportvereinen sparen – das berichtet die Bild am Sonntag, der eine unternehmensinterne Streichliste vorliegt. Darauf stünden die Fußball-Bundesligisten Hannover, Bremen und Schalke – sowie Zweitligist 1860 München. Der Autobauer unterstützt die Klubs mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro pro Saison. Auch das Engagement für die Grizzlys Wolfsburg mit etwa fünf Millionen Euro pro Jahr soll gestrichen werden. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Samstag | 21.11.2015

In den USA prüfen die Behörden jetzt die ersten Lösungsvorschläge von VW. Der Konzern hatte gestern einen Rückrufplan übermittelt. Darin geht es um die Probleme bei den Abgasen der Dieselfahrzeuge mit einem 2-Liter-Motor. Details wurden nicht bekannt.

Freitag | 20.11.2015

Jetzt geraten noch mehr VW-Autos ins Visier der US-Aufseher. Vertreter des Konzerns hätten bei einem Treffen eingeräumt, dass Diesel-Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit 3,0-Liter-Motoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer verdächtigen Software ausgestattet seien, teilten die Umweltbehörden EPA und CARB mit. Bislang war in diesem Fall nur wegen dubioser Ergebnisse bei Emissionstests von Fahrzeugen der Baujahre 2014 bis 2016 ermittelt worden.


Volkswagen hat sich entschieden, in den kommenden Jahren deutlich weniger zu investieren. Im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung sagte VW-Chef Müller, dass die Sachinvestitionen im nächsten Jahr um gut ein eine Milliarde Euro runtergestuft werden. VW will maximal zwölf Milliarden Euro ausgeben.


Die beiden IG-Metall-Gewerkschaftler Berthold Huber und Hartmut Meine scheiden aus dem Aufsichtsrat von Volkswagen aus. Für sie rücken der neue IG-Metallchef Jörg Hofmann und der Schwede Johan Järvklo, Vorsitzender der dortigen IF Metall bei der VW-Tochter Scania, in das Kontrollgremium nach. Meine und Huber geben ihre Mandate aus Altersgründen auf.

Donnerstag | 19.11.2015

Bei den manipulierten Dieselmotoren mit 1,6-Liter Hubraum könnte VW noch einmal glimpflich davonkommen. Die „Wirtschaftswoche“ schreibt, der Konzern müsse zur Nachbesserung möglicherweise deutlich weniger Geld einplanen als zunächst befürchtet. In dem Bericht ist die Rede von einer Lösung, die gerade mal um die zehn Euro kostet. Demnach könnten die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update und den Einbau eines Sensors im Luftfilter behoben werden. Das Kraftfahrtbundesamt prüfe gerade, ob das wirklich ausreicht. VW selbst will sich nicht dazu äußern – zumindest noch nicht.


Volkswagen muss den Umweltbehörden in den USA bis morgen Vorschläge für einen Rückruf von tausenden manipulierten Diesel-Fahrzeuge mit Software vorlegen. Die kalifornische Umweltbehörde CARB hat den Druck noch mal erhöht: Lege Volkswagen keinen akzeptablen Plan vor, werde man den Konzern bestrafen. Dafür gebe es eine Deadline, hieß es von CARB auf der Auto-Show in Los Angeles. Die US-Regulierer wollen von VW Vorschläge für einen Rückruf von knapp 500.000 manipulierten Diesel-Fahrzeugen hören. Dann haben sie 20 Geschäftstage Zeit, den Plan zu prüfen.

Montag | 16.11.2015

Der Abgas-Skandal bei VW weitet sich nun doch aus. Jetzt kommt raus, dass wohl doch mehr Benziner von den geschönten CO2-Werten betroffen sind. Das sagte ein VW-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des Wirtschaftsmagazins “Bilanz”. Demnach sind 24 Fahrzeugmodelle von den Tricksereien betroffen. Anfang war man noch von einem besonders sparsamen Benzinmotor mit Zylinderabschaltung ausgegangen. Anfang des Monats hatte VW zugegeben bei 800 Tausend an den CO2 Werten geschraubt zu haben. In Sachen Stick Oxid Werten- das sind die Werte, die den ganzen Skandal Anfang September überhaupt ins Rollen gebracht haben- hat Volkswagen nun dem Kraftfahrtbundesamt Lösungen für den 1,6 Liter Diesel Motor vorgelegt. Bei diesen Autos reicht kein Softwareupdate, um die Werte einzuhalten. Hier muss am Motor geschraubt werden. Wie die Lösungsansätze aussehen ist noch nicht klar. Das Amt prüft sie nun.

Freitag | 13.11.2015

Volkswagen muss weitere Absatzrückgänge hinnehmen. Am Nachmittag kamen die neuesten Zahlen aus Wolfsburg. Demnach hat VW im letzten Monat weltweit rund 490.000 Fahrzeuge verkauft – und damit 5,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem in Russland und Südamerika ging der Absatz nach Konzernangaben weiter stark zurück. Ein Plus von jeweils knapp 2 % gab es dagegen in Deutschland – und auch im größten Automarkt der Welt: in China.


Dr. Herbert Diess, Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Trotz der Kosten-Lawine, die auf den Konzern zurollt, will VW bei den Stammbeschäftigten keine Arbeitsplätze streichen. In Wolfsburg sagte der neue Markenchef Herbert Diess, er sehe da keine Bedrohung. Was seine Aussage für alle anderen VW-Beschäftigten und die Zulieferer bedeutet, ist noch offen. Richtig entspannen darf sich aber auch die Stammbelegschaft nicht – denn bei den Boni werde es Einbußen geben, so der Markenchef. Außerdem solle bald ein Paket für betroffene Kunden in Deutschland geschnürt werden. Für Inhaltliches sei es aber noch zu früh.

Donnerstag | 12.11.2015

Volkswagen do Brasil, Werk Anchieta, Brasilien. Foto: Volkswagen

Foto: Volkswagen AG

VW wird in Brasilien zu einer Millionenstrafe verdonnert. Wegen der gefälschten Abgaswerte muss Volkswagen umgerechnet 12,4 Millionen Euro bezahlen. Die brasilianische Umweltbehörde sagt, höher habe die Strafe nach der gültigen Gesetzgebung nicht ausfallen können. Hinzu kommt, dass die Volkswagen-Tochter VW do Brasil über 17.000 betroffene Amarok-Pickups in die Werkstatt holen muss, um die manipulierte Software zu ersetzen. Volkswagen betreibt in Brasilien insgesamt drei Fahrzeugwerke sowie eine Motorenfabrik mit insgesamt 20.000 Beschäftigten. Im Zuge der Krise ist es für VW die erste Strafe in dem Land.

Mittwoch | 11.11.2015

Volkswagen will anscheinend das kürzlich angelaufene Amnestieprogramm für Beschäftigte bis Ende des Monats befristen. Unter anderem nach Informationen der “Süddeutscher Zeitung” will der Konzern so den Aufklärungsdruck erhöhen. In die Abgasmanipulationen verwickelte Mitarbeiter, die mit einem Geständnis ihren Job retten wollten, müssten sich beeilen. Ein VW-Sprecher wollte sich dazu am Abend nicht äußern: “Wir diskutieren eine solche Thematik”, sagte er ohne dabei konkret zu werden.


Ex-Konzernchef Martin Winterkorn legt mit sofortiger Wirkung auch sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender bei der VW-Tochter Audi nieder. Ein Audi-Sprecher bestätigte am Abend entsprechende Zeitungsmeldungen.


Volkswagen könnte von EU-Bußen für falsche CO2-Werte verschont bleiben. “Derzeit können wir nicht darüber spekulieren (…), ob es eine Überschreitung der durchschnittlichen CO2-Zielwerte für die Flotte (des Konzerns) gegeben hat”, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Sie erklärte, VW habe in den vergangenen Jahren Werte des klimaschädlichen Gases CO2 gemeldet, die insgesamt etwa zehn Prozent unter dem erlaubten Flottendurchschnitt des Unternehmens lagen. Ein EU-Gesetz regelt Einzelheiten zu den CO2-Vorgaben und zu möglichen Strafzahlungen bei Verletzung der Zielwerte. Ob diese überschritten wurden, hängt also davon ab, wie stark VW die gemeldeten Werte korrigieren muss – Volkswagen könnte theoretisch auch darunter bleiben.


Hauptgebäude Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg

Was viele schon die ganze Zeit glauben, scheint sich zu bestätigen: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bei Tests auch bei Autos anderer Hersteller erhöhte Abgaswerte gemessen. “Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxid-Werte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt”, teilte das KBA mit. Die Ergebnisse würden jetzt mit den Autobauern und anderen Behörden besprochen und ausgewertet. “Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor”, hieß es. Welche Marken betroffen sind, teilte die Behörde nicht mit – auch nicht, welche Schlüsse aus den bisher vorliegenden Ergebnissen gezogen werden können.


Volkswagen stoppt wie es aussieht die Produktion von Passats mit Diesel-Antrieb im US-Werk in Chattanooga. Das Fachblatt “Automobile News” schreibt, während die Benziner des Modelljahres 2016 Ende des Monats oder Anfang Dezember bei US-Vertragshändlern ankommen sollten, sei die Fertigung der Diesel-Fahrzeuge bei der Mittelklasse-Limousine ausgesetzt worden.

Dienstag | 10.11.2015

Die Grünen im Bundestag fordern von VW eine Ersatzwagen-Zusage für die 540.000 Autofahrer, deren manipulierte Diesel beim Massenrückruf 2016 länger in die Werkstatt müssen. Weil das Umrüsten wohl länger dauern werde, sollten die Betroffenen einen Ersatzwagen einfordern können. Das gebe die Rechtslage auch in vielen Fällen her, sagte der Grünen-Verbraucherschutzexperte Markus Tressel.


In den USA bleibt Volkswagen erstmal das einzige schwarze Schaf. Die US-Umweltbehörde CARB sagt, bis jetzt habe man bei Fahrzeugen anderer Marken keine betrügerischen Abschalteinrichtungen gefunden. Das heiße zwar nicht, dass alle Emissionswerte so sind, wie man sich sie wünschen würde, aber es sei nichts, was dem Ausmaß der Überschreitung bei VW-Fahrzeugen nahe käme.


Die EU-Kommission droht VW wegen der zu hohen CO2- Werte bei Autos mit Geldbußen. „Bevor wir Strafen aussprechen, wollen wir sehen, was Volkswagen sagt“, sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller CO2-Obergrenzen fest. Werden diese überschritten, drohen Strafen. Zunächst müsse VW jetzt Daten liefern.


VW muss bis spätestens 30. November dem Kraftfahrt-Bundesamt auch einen Lösungsvorschlag für die manipulierten 1,2-Liter-Motoren präsentiert haben. Ein KBA-Sprecher sagte, nach bisherigem Stand reiche laut VW bei den 1,2 Litern ein bloßes Software-Update am Computer ohne den Einbau neuer Teile aus.

Montag | 09.11.2015

Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Volkswagen greift tief in die Tasche, um seine Kunden in den USA zu besänftigen. Die Besitzer der manipulierten Diesel-Wagen mit 2,0-Liter-TDI-Motoren bekommen Einkaufsgutscheine im Wert von umgerechnet bis zu 930 Euro. Der Großteil ist beim VW-Händler einlösbar, der Rest kann so ausgegeben werden. Außerdem will VW den US-Kunden drei Jahre lang rund um die Uhr kostenlos Pannenhilfe anbieten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Grünen fordern ähnliche Maßnahmen auch in Deutschland.


Nach der massiven Kritik von Betriebsratschef Bernd Osterloh hat VW-Chef Matthias Müller eine engere Zusammenarbeit bei der Lösung der weltweiten Abgas-Krise angekündigt. Nach der heutigen Aufsichtsratssitzung sagte Müller: „In der jetzigen, schwierigen Situation müssen wir gemeinsame Entscheidungen treffen, welche die Wirtschaftlichkeit genauso berücksichtigen wie die Beschäftigung.“ Bis zur nächsten Sitzung soll es Gespräche zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretung geben, „um einen gemeinsamen Weg für die Zukunft des Unternehmens zu bestimmen“.


VW könnte künftig mehr Zinsen für geliehenes Geld bezahlen müssen: Als letzte der drei großen Ratingagenturen hat jetzt auch Fitch wegen des Abgas-Skandals die Kreditwürdigkeit des Konzerns herabgesetzt. Die Experten senkten die Bewertung der Wolfsburger gleich um zwei Stufen von A auf BBB+ mit negativem Ausblick.


Es wird der größte Rückruf der VW-Geschichte – so oder so. Jetzt ist klar, dass es bei vielen der 2,4 Millionen Fahrzeuge mit einem Software-Update nicht getan ist. Das Bundesverkehrsministerium teilte am Nachmittag mit, dass laut KBA davon auszugehen ist, dass rund 540.000 Diesel-Fahrzeuge eine neue Hardware brauchen. Die Rahmenbedingungen für die entsprechenden Änderungen sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Die schwedische VW-Nutzfahrzeug-Tochter Scania bekommt einen neuen Chef. Volkswagen teilte mit, dass Henrik Henriksson zum Jahreswechsel Per Hallberg an der Spitze des Unternehmens ablöst. Hallberg werde im Laufe des nächsten Jahres alle Aufgaben abgeben. Henriksson soll auch in die Geschäftsführung der neuen Nutzfahrzeug-Holding von VW aufrücken.

 

Sonntag | 08.11.2015

Grünen-Chefin Simone Peter fordert die Zulassung von Sammelklagen nach US-Vorbild. „Wenn Konzerne bewusst betrügen und Grenzwerte verletzen, müssen sie sich auch der Verantwortung stellen, eine Mitschuld an Gesundheitsschäden zu tragen“, sagte Peter der „Welt am Sonntag“. Nötig seien realistische Tests und wirksame Kontrollen, aber auch eine bessere Entschädigung für die Verbraucher.


Ein Wolfsburger Ingenieur packt aus. Nach Informationen der „BamS“ geht die Aufdeckung des CO2-Skandals auf das Geständnis eines Mitarbeiters der Abteilung Forschung und Entwicklung zurück. Demnach hätten die Techniker mit unerlaubten Maßnahmen die Werte manipuliert, zum Beispiel durch einen höheren Reifendruck oder dem Mischen von Diesel ins Motoröl. Grund seien die ehrgeizigen Ziele Martin Winterkorns gewesen, die man mit legalen Mitteln nicht erreichen hätte können.

Samstag | 07.11.2015

US-Ermittler haben einem VW-Manager offenbar den Pass abgenommen. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ wollten sie anscheinend verhindern, dass sich der Manager einer Befragung oder strafrechtlichen Verfolgung entziehe. In dem Bericht heißt es weiter, dass VW-Mitarbeiter aus diesem Grund zögerten, in die USA zu reisen. Ein Konzernsprecher wollte sich nicht äußern.


VW hat die Autos mit falschen CO2-Abgaswerten unter anderem von Tüv-Prüfstellen abnehmen lassen. Sowohl der Tüv Nord als auch der Tüv Süd bestätigten dem Kraftfahrt-Bundesamt, dass sie Abgasmessungen durchgeführt hätten. Dabei wiederholten die Prüfstellen nochmals, dass es jedoch keine Hinweise auf Manipulationen gegeben habe. Audi und Seat lassen ihre Abgaswerte in Luxemburg und Spanien messen.

Freitag | 06.11.2015

VW zahlt die Rechnung. Der Konzern will mögliche Nachzahlungen bei den Kfz-Steuern für Fahrzeuge mit frisierten Angaben zum CO2-Ausstoß selber tragen. „Der Volkswagen Konzern wird dafür einstehen, dass etwaige Mehrsteuern ausgeglichen werden“, schrieb VW-Chef Matthias Müller an die 28 Finanzminister der EU. Müller bittet die Minister, dem Konzern mögliche Steuernachzahlungen direkt in Rechnung zu stellen.


Foto: Volkswagen AG

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Mitten in der Krisenbewältigung bei Volkswagen droht ein offener Bruch zwischen dem Betriebsrat und dem Konzernvorstand. VW-Konzernbetriebschef Bernd Osterloh schrieb der Belegschaft, er vermisse ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bewältigung der Affäre. In dem Brief richtet sich Osterloh an Konzernchef Matthias Müller und VW-Markenchef Herbert Diess: „Wir können nur […] appellieren, gerade in diesen Tagen die Einigkeit zwischen Beschäftigten und Management nicht weiter durch Sprachlosigkeit auf eine Zerreißprobe zu stellen.“


Das Absatzproblem von Volkswagen in Japan verschärft sich. Die Neuzulassungen sanken im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast die Hälfte – auf rund 2.400 Fahrzeuge, sagt der japanische Automobilimportverband. Damit minimiert sich der Marktanteil Volkswagens in Japan.


Die frisierten Angaben bei Spritverbrauch und CO2-Ausstoß Hunderttausender VW-Fahrzeuge haben ihren Ursprung in manipulierten Testabläufen. Die Falschangaben seien entweder über Manipulationen im Messvorgang auf dem Prüfstand selber oder über manipulierte Testwagen zustande gekommen, sagte ein Konzernsprecher. Damit aktualisierte er frühere Angaben. Der Tüv hat inzwischen gesagt, er habe bei seinem Testverfahren keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Unterdessen verlangt die EU-Kommission von ihren Mitgliedern Aufklärung zu CO2-Werten bei Autos.

Donnerstag | 05.11.2015

Volkswagen versucht vor Gericht Zeit zu gewinnen. Der Konzern habe für Stellungnahmen zu drei Schadensersatz-Verfahren um sechs Monate mehr Zeit gebeten, sagt das Landgericht Braunschweig. Das sei ungewöhnlich lang. VW begründete sein Anliegen mit der Komplexität der Verfahren. Die Fristen laufen eigentlich Ende des Monats ab.


Die EU-Kommission warnt Deutschland vor möglichen Auswirkungen der VW-Krise auf die gesamte Volkswirtschaft. Investitionen von Unternehmen könnten beeinträchtigt werden, heißt es in der Herbst-Konjunkturprognose der EU-Behörde. Unabhängig von Volkswagen fordert die Kommission Deutschland auf, Investitionen anzukurbeln. Grund dafür sind auch die hohen Exportüberschüsse.


Die Staatsanwaltschaft Braunschweig nimmt auch die frisierten Angaben beim CO2-Ausstoß von VW-Fahrzeugen zum Anlass für neue Untersuchungen. In der Behörde laufe eine entsprechende Vorprüfung auf mögliche Straftatbestände, sagte ein Sprecher. Im Raum stünden dabei zunächst sowohl Betrug als auch unlauterer Wettbewerb als denkbare Delikte.


Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) fordert Konsequenzen auf der Ebene der Kontrollbehörden in Deutschland. Es müsse geprüft werden, ob entscheidende Zulassungskompetenzen des Kraftfahrtbundesamtes dem Bundesumweltministerium anstatt dem Bundesverkehrsministerium unterstellt werden müssten, sagte Wenzel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Ziel müsse sein, Umweltstandards sicherzustellen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten.


Volkswagen hat letzten Monat in Großbritannien fast zehn Prozent weniger Autos seiner Kernmarke auf die Straßen gebracht. Die Erstzulassungen von VW-Pkw sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent, teilte der britische Branchenverband SMMT mit. Die Entwicklung könnte auch schon erste mögliche Folgen des Abgas-Skandals widerspiegeln. Insgesamt leidet die Nachfrage nach eigener Einschätzung von VW noch nicht unter der Affäre.

Mittwoch | 04.11.2015

Am Abend betont Volkswagen, dass die Unregelmäßigkeiten bei CO2- und Verbrauchsangaben nicht durch technische Hilfsmittel verursacht wurden. „Es geht um Werte, die einfach zu niedrig angegeben wurden“, sagte ein Konzernsprecher in Wolfsburg. Unter den betroffenen Autos seien viele Modelle mit dem Label „BlueMotion“, mit dem VW Fahrzeuge als besonders schadstoffarm vermarktet.


Foto: Volkswagen AG

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Als Reaktion auf die neuesten EPA-Vorwürfe stoppt Volkswagen stoppt in Nordamerika freiwillig den Verkauf von V6-Modellen. VW sagte, dabei gehe es um den Porsche Cayenne, die Audis Q5, Q7, A6, A7 und A8 sowie um den VW-Touareg, insofern sie die fraglichen Dieselmotoren mit sechs Zylindern und 3,0 Liter Hubraum hätten. Zur Zahl der jetzt bei den Händlern stehenden Fahrzeuge mit vorübergehendem Verkaufsverbot wurde nichts mitgeteilt.


VW-Betriebsratsboss Bernd Osterloh verlangt mehr Planungssicherheit vom Vorstand. „Wir haben über Investitionen, Werksauslastungen und Modellpolitik zu sprechen. Die Beschäftigten und die Investoren müssen wissen, woran sie bei Volkswagen sind“, sagte Osterloh. Der Vorstand müsse auch das Vertrauen der Belegschaften in den Werken und Marken zurückgewinnen.


Die falschen CO2-Angaben bei Volkswagen betreffen auch 98.000 Benzinfahrzeuge. Diese Zahl teilte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Nachmittag im Bundestag mit. Gegen Dobrindt selbst richtet sich unterdessen mehr und mehr Kritik. Umweltverbände nehmen ihn in die Pflicht. Von Greenpeace zum Beispiel heißt es, Dobrindt überlasse es noch immer anderen, das wahre Ausmaß der Affäre zu enthüllen. Ähnlich äußerten sich auch die Grünen.


Berlin verlangt erneut eine umfassende und gründliche Aufklärung aus Wolfsburg. „Man muss erwarten, dass Aussagen, die Verbrauchern gemacht werden, auch eingehalten werden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe außerdem bereits Strukturänderungen angemahnt. Immerhin hob Seibert hervor, dass die neuen Unregelmäßigkeiten von VW selbst bekanntgemacht worden seien.


Die falschen CO2-Angaben bei Volkswagen dürfen nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) keine Steuer-Nachzahlungen für die Kunden nach sich ziehen. Dobrindt sagte außerdem, VW müsse jetzt unter Aufsicht des Kraftfahrtbundesamts neue Prüfwerte für seine Fahrzeuge erstellen. Zudem seien Untersuchungen der laufenden Serien aller aktuellen VW-Autos angeordnet worden. Erst dann könnten auch mögliche Auswirkungen auf das Erreichen von Klimazielen eingeschätzt werden.


Für die VW-Aktie geht es wieder abwärts! Nach dem gestrigen Geständnis verloren die Papiere der Wolfsburger nach Eröffnung des Handels mehr als zehn Prozent und fielen damit wieder unter die 100-Euro-Marke. Im Frühling war eine VW-Aktie noch mehr als 250 Euro wert. Im Fahrwasser der negativen Nachrichten verloren auch Aktien anderer Autohersteller an Wert.


Porsche stoppt in den USA den Verkauf des Geländewagens Cayenne mit Dieselmotor. Man habe den Verkauf der entsprechenden Modelle dort vorerst eingestellt, sagte ein Sprecher der VW-Tochter. Bisher hat Porsche die von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate nicht eingeräumt. Die Prüfungen liefen noch, hieß es dazu aus Stuttgart.

Dienstag | 03.11.2015

Der VW-Aufsichtsrat blickt „mit Betroffenheit und Sorge“ auf die neue Dimension des Abgas-Skandals. „Das Gremium und der speziell zur Aufklärung gegründete Ausschuss werden zeitnah zusammen kommen, um über weitere Maßnahmen und Konsequenzen zu beraten“, teilten die Kontrolleure am Abend mit. Wahrscheinlich ist ein Treffen am Sonntag. Montag tagt dann der komplette Aufsichtsrat.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Kurz nach Bekanntwerden der falschen CO2-Angaben bei VW hat sich Konzernchef Matthias Müller geäußert. In einer Mitteilung schreibt er: „Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass wir die Geschehnisse schonungslos und vollständig aufklären. Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative. Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit. Das ist die Voraussetzung für die grundlegende Neuausrichtung, die Volkswagen braucht.“


Volkswagen hat eine neue milliardenschwere Baustelle. Diesmal gibt VW selbst einen Fehler zu. Demnach wurde bei internen Untersuchungen festgestellt, dass es bei etlichen Motoren auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand können davon rund 800.000 Fahrzeuge des Konzerns betroffen sein“, heißt es aus Wolfsburg. Die wirtschaftlichen Risiken würden in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro beziffert.


Mitten im Abgas-Skandal muss Volkswagen weitere Probleme in den USA fürchten. Diesmal geht es um Fehler bei Pflichtmeldungen zu Unfällen mit Verletzungen und Todesfällen an die US-Verkehrsaufsicht NHTSA. Die Behörde findet es merkwürdig, dass VW in der Unfallstatistik verglichen mit anderen Herstellern ungewöhnlich selten auftaucht. VW hat auch in dem Fall eine externe Prüfung eingeleitet.


Die VW-Aufsichtsratsspitze will wie es aussieht noch in dieser Woche über die neuen Vorwürfe im Abgasskandal beraten. Nach Informationen des „Handelsblatt“ solle der Vorstand um VW-Chef Matthias Müller dann zu den Anschuldigungen der US-Umweltbehörden Stellung beziehen.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Entgegen den Trend hat Volkswagen letzten Monat weniger Autos in Deutschland verkauft. Die Neuzulassungen von VW sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozent, sagt das KBA. Die Folgen des Abgas-Skandals könne man aber erst zum Jahresende sehen. In den USA schrammte VW unterdessen nur hauchdünn an einem Absatzminus vorbei.


Die Grünen beantragen eine Aktuelle Stunde im Bundestag. „Die Bundesregierung muss endlich Klartext reden und VW unmissverständlich klar machen, dass eine lückenlose Aufklärung nötig ist“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann. Offensichtlich seien die bisher bekannten Manipulationen nur die Spitze des Eisbergs gewesen.


VW- und Audi-Fahrer in Australien reichen die erste Sammelklage gegen den Volkswagen-Konzern ein. Wie viele Fahrzeughalter sich beteiligten, teilte die zuständige Kanzlei nicht mit. Jedoch werde damit gerechnet, dass in dem Land insgesamt bis zu 90.000 Menschen auf Schadenersatz klagen könnten, schreibt die Zeitung „The Australian“.


Die VW-Aktie stürzt nach den neuen Vorwürfen aus den USA ins Minus gestürzt. Die Papiere verloren zum Börsenstart heute mehr als vier Prozent und waren damit der größte Verlierer im Leitindex Dax.

NOVEMBER – Montag | 02.11.2015

Volkswagen weist die neuesten Vorwürfe der US-Umweltbehörde EPA zurück. Aus Wolfsburg heißt es am Abend, in den 3-Liter-Motoren sei keine illegale Software installiert. Ein Sprecher sagte: „Die Volkswagen AG betont, dass keine Software bei den 3-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern.“ VW werde mit der EPA vollumfänglich kooperieren, um den Sachverhalt rückhaltlos aufzuklären.


Die Diesel-Affäre bei Volkswagen weitet sich aus. Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA sind jetzt auch 3-Liter-Motoren davon betroffen. Demnach wurden in bestimmten Diesel-Modellen der Marken VW, Audi und Porsche der Modelljahrgänge 2014 bis 2016 Drei-Liter-Diesel-Motoren verbaut, die die erlaubten EPA-Grenzwerte bis zu neunmal überträfen.


Volkswagen kann wie geplant ab Januar in Deutschland die manipulierten Wagen umrüsten. Das Kraftfahrtbundesamt hat die Rückrufaktion für 2,4 Millionen Diesel abgesegnet. Von der Flensburger Behörde heißt es, der von VW vorgelegte Maßnahmen- und Zeitplan sei tragfähig. Damit könne die Aktion im Januar mit den Zwei-Liter-Fahrzeugen beginnen.


VW-Kunden mit manipulierten Autos könnten nach Einschätzung von Verbraucherschützern mit Folgekosten der Abgas-Affäre zu kämpfen haben – zumindest teilweise. Ein Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass VW nach aktueller Rechtslage nicht verpflichtet ist, sämtliche Kosten für die Folgen der Rückrufe zu tragen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen sagt, dazu zählten etwa Ersatzwagen, Verdienstausfall oder Mängel im Anschluss an die Nachbesserungen des Rückrufs.


Die verschollene Handakte zum Abgas-Skandal bei Volkswagen ist wieder da. Oppositionsabgeordnete haben sie im Landtag gefunden. Der „Spiegel“ hatte berichtet, die Akte sei nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses auf einem Sessel vergessen worden. Daraufhin sah der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, gestern Abend mal genauer nach: Und tatsächlich, Toepffer fand die Akte und übergab sie der Polizei.

Samstag | 31.10.2015

VW bekommt Rückendeckung von höchster Stelle. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zuversichtlich, dass Volkswagen durch Transparenz und Vorsorge seinen Abgasskandal hinter sich lassen kann. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast sagt Merkel: „Es wird jetzt viel davon abhängen, wie VW mit diesem Sachverhalt umgeht. Wenn transparent aufgeklärt wird, (…) dann kann man eine solche Sache auch überwinden.“ VW müsse sich strukturell so aufstellen, „dass so etwas nicht wieder passieren kann“. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Ich glaube, dass VW auch mit allen Kräften daran arbeitet.“


Am 9. November stehen bei Volkswagen in Wolfsburg die nächsten Krisentreffen auf der Tagesordnung. Die Deutsche Presse-Agentur schreibt, erst werde sich am Vormittag das sechsköpfige Präsidium zusammensetzen. Anschließend stehe dann die Sitzung des kompletten Aufsichtsrates an. Ursprünglich war für den 9. November in Berlin die außerordentliche Hauptversammlung von Volkswagen geplant. Das Präsidium hatte den Termin jedoch Anfang des Monats wieder abgesagt.

Freitag | 30.10.2015

Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Volkswagen kann im Diesel-Debakel mit dem für 2016 geplanten Rückruf laut einem Gutachten womöglich nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Sollten die Autos nach der Nachbesserung mehr verbrauchen als vorher oder „reduzierte Fahrleistungen“ bringen, könnten die VW-Kunden das Recht haben, vom Vertrag zurückzutreten oder Geld zurückzufordern. Das geht aus einer juristischen Expertise der Wissenschaftlichen Dienste im Bundestag hervor, die die Grünen in Auftrag gegeben hatten.


VW hat seinen Skandalmotor EA 189 in der Vergangenheit mit dem „Internen Umweltpreis“ bedacht. Der Antrieb landete in dem Wettbewerb Mitte 2008 auf dem dritten Platz im Bereich Produkt. Damals lobte Volkswagen damals die „innermotorischen Maßnahmen“, mit denen der Motor „als erstes Dieselmodell in den USA die strengste Abgasnorm der Welt“ erfüllte. Diese „innermotorischen Maßnahmen“ stehen heute im Strudel des Abgas-Skandals in einem ganz anderen Licht.

Donnerstag | 29.10.2015

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat mit ihren Ermittlungsverfahren mindestens fünf VW-Mitarbeiter im Fokus. Die Deutsche Presseagentur beruft sich auf sicheren Quellen und schreibt, eine Quelle habe von sechs Beschuldigten gesprochen. Die Vorwürfe der Ermittler kreisen um Vorgänge aus den Jahren 2005 und 2006. Drei der Verdächtigten sollen damals Führungskräfte in der Aggregate-Entwicklung gewesen sein, wozu Motoren und Abgas-Systeme gehören. Ein Verdächtiger ist demnach Softwareentwickler und soll das geheime Manipulationsprogramm geschrieben haben.


Neues Midsize-SUV von Volkswagen wird in Chattanooga produziert. Foto: Volkswagen AG

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Volkswagen weiter auf den US-Markt. Aus Wolfsburg heißt es, der Konzern wolle wie geplant insgesamt umgerechnet 820 Millionen Euro in einen mittelgroßen SUV für den amerikanischen Markt investieren. Damit bestätige Volkswagen sein „Engagement in Nordamerika und das Vertrauen in die hiesige Mannschaft“, wird US-VW-Chef Michael Horn zitiert.


Volkswagen ruft auch in Brasilien tausende Autos zurück. Wie der Direktor für Regierungsangelegenheiten sagte, würden Anfang kommenden Jahres über 17.000 Autos vom Modell Amarok zurückgerufen. Grund sei die Software, die die Tests für Abgaswerte beeinflusse.

Mitwoch | 28.10.2015

Foto: Volkswagen AG

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Im Volkswagenwerk Kassel in Baunatal bleiben übermorgen für einen Tag die Tore weitgehend geschlossen. Damit sollen Überstunden abgebaut und Kosten gespart werden, sagte ein Werkssprecher. Weitere Schließtage seien für den 21. und 22. Dezember geplant. Mit dem Abgas-Skandal habe das aber nichts zu tun, hieß es. Volkswagen produziert in Baunatal vor allem Getriebe und E-Motoren und beschäftigt dort rund 15.500 Mitarbeiter.


Volkswagen-Chef Matthias Müller will den VW-Konzern neu aufstellen. In Wolfsburg hat er dazu jetzt die fünf wichtigsten Schritte vorgestellt. Am wichtigsten ist es für Müller Kunden zu helfen, deren Autos von den Abgas-Manipulationen betroffen sind. Die Kunden seien das Herz von allem. Danach stieg Müller in den Flieger nach China, wo er Gespräche führen will. Mit im Flugzeug saß auch Kanzlerin Merkel. Auch mit ihr möchte Müller reden.


Wie erwartet schraubt VW seine Prognose herunter. Das Ergebnis werde 2015 deutlich unter den Werten des Vorjahres liegen, hieß es aus Wolfsburg. Man rechne jetzt mit einer operativen Marge zwischen 5,5 und 6,5 Prozent, allerdings nur wenn man die milliardenschweren Rückstellungen für die Folgen der Abgaskrise herausrechnet. Die operative Marge bezeichnet das, was vor Zinsen und Steuern gemessen am Umsatz noch übrig bleibt.


Der Abgas-Skandal brockt Volkswagen im dritten Quartal Milliardenverluste ein. Vor Zinsen und Steuern stehe ein Minus von rund 3,5 Milliarden Euro, sagt VW. Auch unter dem Strich sei das Ergebnis mit minus 1,7 Milliarden Euro tiefrot. Hier geht es zu den genauen Zahlen.

Dienstag | 27.10.2015

Aus Konzernkreisen heißt es, dass die Diesel-Bestellungen bei VW trotz der Abgas-Affäre sogar anziehen. Zumindest in Deutschland. In Großbritannien zum Beispiel sind die Diesel-Bestellungen abgesackt. Am Verkaufstrend hängt die Produktion – und damit stehen und fallen letztlich Arbeitsplätze.


Für die Nachbesserung der manipulierten Dieselfahrzeuge müssen bis zu Zehntausend verschiedene Lösungen ausgearbeitet werden. Denn die betroffenen Motorvarianten unterscheiden sich nicht nur in den Hubräumen, sondern auch in ihrer Auslegung auf verschiedene Getriebe, unterschiedliche Marken und Modelljahre sowie auf die unterschiedlichen Zielmärkte weltweit.

Montag | 26.10.2015

Foto: Volkswagen AG

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Thomas Sedran wird neuer VW-Chefstratege. Der als Sanierungsmann bekannte frühere Opel-Interimschef wird von November an als «Leiter Konzernstrategie» eine neu geschaffene Position übernehmen, in der der 51-Jährige direkt an VW-Konzernchef Matthias Müller berichtet.


Wieder ein Dämpfer für Volkswagen: Toyota hat in den ersten neun Monaten des Jahres wieder mehr Fahrzeuge verkauft (7,5 Mio.) als VW (7,43 Mio.), damit ist der zeitweise gehaltene Titel weltgrößter Autobauer wieder weg.

Sonntag | 25.10.2015

Der VW-Konzern erwägt für die Rückrufaktion der 2,4 Millionen Diesel hierzulande auch Eintauschprämien als Alternative zur Nachbesserung. Bei der Idee, wonach VW die Wagen in Zahlung nehmen und gleichzeitig Zusatzanreize für einen Neuwagenkauf setzen könnte, ist vor allem der betroffene 1,6-Liter-Motor im Fokus. Bei ihm müssen neben dem Softwareupdate auch zusätzliche Bauteile eingesetzt werden.

Samstag | 24.10.2015

Foto: Facebook

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Na immerhin: Zumindest ein Vorgang im VW-Konzern findet derzeit das ungetrübte Lob von Ministerpräsident Stephan Weil. „Die weltberühmte VW-Curry-Wurst war mein kulinarischer Hochgenuß in dieser Woche“, schreibt der SPD-Regierungschef und VW-Aufsichtsrat heute bei Facebook – mitsamt Beweisfoto.


Der VW-Betriebsrat dementiert einen Bericht des “Manager Magazins” zu angeblichen Beförderungsstopps. VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh: „Hier handelt es sich um einseitige Vorstellungen des Vorstands, die wir so nicht akzeptieren werden. Das haben wir mit dem Personalwesen besprochen.“ Man erwarte vielmehr, dass der Vorstand beispielsweise in Sachen Boni-Zahlungen mit gutem Beispiel vorangehe.


Foto: Volkswagen AG

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Wegen des Abgas-Skandals wird in Niedersachsen jeder vierte Polizeiwagen zurückgerufen. Rund 1.000 Streifen- und Zivilwagen der Pkw-Kernmarke VW sowie bis zu 100 Audis, Skodas und Seats müssten für Nachbesserungen zur Werkstatt, hieß es heute von der Zentralen Polizeidirektion. Nur Nordrhein-Westfalens Polizei ist noch stärker betroffen – dort werden gut 2.100 Streifenwagen zurückgerufen.

Freitag | 23.10.2015

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht bei einer Reise in die USA in der kommenden Woche auch über den VW-Abgas-Skandal. Vereinbart wurden dafür Treffen mit seinem Amtskollegen Anthony Foxx und bei der US-Umweltbehörde EPA in Washington. Die US-Behörde hatte die gefälschten Abgaswerte ans Licht gebracht.


Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel geht von einer erfolgreichen Bewältigung der VW-Abgaskrise aus. Volkswagen habe einen schweren Fehler begangen, und harte Konsequenzen seien daher nötig, sagte der Grünen-Politiker bei seinem Südafrika-Besuch. Dennoch sei er sich sicher, dass VW auf gutem Wege ist, nicht nur das beste, sondern auch umweltfreundlichste Auto der Welt zu bauen.

Donnerstag | 22.10.2015

Foto: Volkswagen AG

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VW schließt eine mögliche Ausweitung des Abgas-Skandals auf Teile seiner jüngeren Dieselmotoren-Generation EA 288 aus. Am Nachmittag hieß es aus Wolfsburg, im EA 288 sei keine Software verbaut, die eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung darstellt. Auch das Kraftfahrtbundesamt hat keine gegenteiligen Erkenntnisse. Vorher hatte stundenlang Unsicherheit geherrscht, weil bekannt geworden war, dass Volkswagen die jüngeren Dieselmotoren überprüft.


Volkswagen weist einen Bericht zu angeblich frühen Kenntnissen im Markenvorstand über Probleme mit Abgaswerten von Dieselautos zurück. Das „Manager Magazin“ hatte sich auf ein Sitzungsprotokoll berufen und behauptet, dass Mitglieder des Top-Managements bei VW schon im Frühjahr 2014 von entsprechenden Ungereimtheiten wussten. Jetzt hieß es aus Wolfsburg: „Eine solche Protokollnotiz existiert nicht.“


In Italien sind mittlerweile rund 710.000 Autos vom Manipulations-Skandal bei Volkswagen betroffen – 50.000 mehr als ursprünglich gedacht. Die Zahl habe sich nach den jüngsten Recherchen des Unternehmens noch einmal erhöht, teilte die Volkswagen Group Italia in Verona mit. Am stärksten betroffen ist die Kernmarke VW, danach folgt Audi.

Mittwoch | 21.10.2015

Audi-Chef Rupert Stadler will mit „wesentlich mehr Elektromobilität“ wieder in die Offensive kommen. Bei einer Betriebsversammlung in Ingolstadt sagte der Manager: „Die Diesel-Affäre befeuert unsere Pläne. Wir machen jetzt richtig Tempo.“ So werde aus einem Riesenproblem eine Riesenchance. Audi werde 2018 einen elektrischen SUV und kurz darauf weitere rein elektrische Autos auf den Markt bringen.


VW-Chef Matthias Müller sieht trotz möglicher Absatzeinbußen noch keine direkten Folgen der Abgas-Affäre auf die Jobs bei VW. „Im Moment haben wir keinen Anlass, über Kurzarbeit auch nur nachzudenken“, sagte Müller in Wolfsburg. Vorher hatte er mit Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) sowie Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh Mitarbeiter in der Golf-Produktion besucht.


Volkswagen stoppt den Verkauf von Neuwagen mit Manipulations-Software in der EU. Darüber seien die VW-Händler schriftlich informiert worden, hieß es aus Wolfsburg. Der Verkaufsstopp gelte für Neuwagen, die bereits beim Händler stehen. Zwar handle es sich um eine „sehr begrenzte Anzahl an Fahrzeugen“, in Einzelfällen könne es aber passieren, dass Kunden schon bestellte Wagen nicht ausgeliefert bekommen. In einzelnen Ländern war der Verkauf schon eingestellt worden.


Wegen einer verschwundenen Handakte zum VW-Abgas-Skandal stellt die niedersächsische Staatskanzlei Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Diebstahl. Ob die Akte wirklich gestohlen oder nur verlegt wurde, war zunächst offen. Darin befunden haben sollen sich Ausdrucke und Duplikate von Unterlagen, von denen die meisten auch online verfügbar sein sollen. Insofern sei der Verlust zwar ärgerlich, aber nicht hoch problematisch, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen.

Dienstag | 20.10.2015

Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG. Foto: VW

Foto: Volkswagen AG

Der Abgas-Skandal ist in der ersten Oktoberhälfte laut der Arbeitnehmervertretung noch nicht auf die Verkäufe des Konzerns durchgeschlagen. Laut Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh gibt es noch keine Anzeichen dafür. Das gelte auch explizit mit Blick auf den wichtigen Heimatmarkt Deutschland und Europa. Das Gute sei ja, dass die aktuellen EA-288 Euro-6-Diesel, die jetzt beim Händler stehen, gar nicht betroffen seien. Osterloh betonte aber, dass es noch viel zu früh für eine Entwarnung ist.


Nach gut drei Wochen hebt die Schweiz ihr Zulassungsverbot für einige Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern wieder auf. Es handle sich um Autos, bei denen inzwischen erwiesen sei, dass sie nicht von den Abgasmanipulationen bei VW betroffen seien, sagt das Bundesamt für Straßen. Der Entscheid gelte für die Nutzfahrzeugmodelle T5, TG, Amarok und Crafter mit Dieselmotoren. Für andere Dieselmodelle bleibt das Schweizer Zulassungsverbot aber weiterhin bestehen.


Volkswagen stoppt vorläufig den Verkauf zweier Diesel-Modelle in der Türkei. Betroffen sind die mit 1,6-Liter-TDI-Motoren ausgestatteten Varianten des Jetta und des Caddy. Laut Automobil-Importeur Dogus Otomotiv handelt es sich um eine freiwillige Maßnahme. Der türkische Industrieminister Fikri Isik sagte, der Verkauf solle nach „technischen Aktualisierungen“ wieder beginnen.


Wegen des Manipulations-Skandals bei Volkswagen sind bislang sieben Schadensersatzklagen von Anlegern beim zuständigen Landgericht in Braunschweig eingegangen. Nähere Details zu den Verfahren wollte eine Sprecherin heute nicht nennen.


Die IG Metall und der VW-Betriebsrat gehen im Abgas-Skandal mit dem bisherigen VW-Management hart ins Gericht. Der Konzern habe lange an starren Strukturen festgehalten. Noch heute werde in den VW-Führungsebenen zu sehr in Marken und Bereichen gedacht, kritisierten Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretung auf dem Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main. Künftig müssten insbesondere die Ideen und Initiativen des Einzelnen, unabhängig von Hierarchien, ernster genommen werden.


VfL Wolfsburg Stadion Volkswagen ArenaDer VfL Wolfsburg will trotz der Krise beim Mutterkonzern Volkswagen weiterhin große Transfers tätigen. VfL-Sportchef Klaus Allofs sagte, im Rahmen der Zielsetzung, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren, werde der VfL weiterhin sinnvoll investieren. Möglich seien auch Transfers im Winter.


Drei Männer und eine Frau gehen in das Rennen um die Nachfolge für den Personalvorstand bei Volkswagen. Das sagte ein Sprecher der IG Metall, ohne dabei konkrete Namen zu nennen. Als möglicher Kandidat gilt der bisherige VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh. Horst Neumann gibt sein Vorstandsamt zum 1. Dezember aus Altersgründen ab. Über seinen Nachfolger soll kurz vorher entschieden werden.


Die US-amerikanischen VW-Händler üben scharfe Kritik an Volkswagen und dessen Modellauswahl. Der Chef des VW-Händlerverbandes, Alan Brown, spricht in der „Welt“ von veralteten Modellen, die für den amerikanischen Markt auch noch überteuert waren. Volkswagen habe es seit Jahren nicht verstanden, die richtigen Autos für den wichtigen US-Markt zu bauen.

Montag | 19.10.2015

In Spanien fordert ein hoher Staatsanwalt den Nationalen Gerichtshof auf, Ermittlungen gegen Volkswagen einzuleiten. Das Gericht in Madrid solle Untersuchungen wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen Umweltgesetze vornehmen. Die Staatsanwaltschaft rief den Ermittlungsrichter auf, bei VW und beim spanischen Industrieministerium umfassende Informationen zum Thema anzufordern.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Der wichtigste Automarkt China soll bei Volkswagen vom Sparkurs bei der Modellvielfalt zunächst ausgenommen bleiben – trotz der finanziellen Belastungen der weltweiten Abgas-Affäre. Man rechne in der Volksrepublik auch künftig mit „steigenden Marktanteilen“ und wolle den Ausbau der Modellpalette „vorantreiben“, hieß es von VW in Peking.


Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat wie von der Justiz gewünscht 20 Sonderermittler auf die Aufarbeitung der Abgas-Affäre angesetzt. Die „Soko VW“ sichtet derzeit unter anderem die Datenberge, die bei Durchsuchungen in der Konzernzentrale und bei VW-Mitarbeitern sichergestellt worden waren.


Als Konsequenz aus dem VW-Skandal um fordern führende Umweltverbände realistischere Tests zum Schadstoffausstoß. Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass Autos tatsächlich sauberer und sparsamer sind, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Alle Fahrzeuge müssten im Realbetrieb nachgemessen werden – und zwar vom Umweltbundesamt, nicht vom Kraftfahrtbundesamt. Abweichungen von Grenzwerten sollten bestraft werden, zudem solle es Messungen im Straßenverkehr geben.

Sonntag | 18.10.2015

Der designierte neue IG Metall-Chef Jörg Hofmann kündigt Widerstand gegen die Sparpläne bei Volkswagen an. „Die Belegschaften bei VW und bei den Zulieferern treffen an dem Skandal keine Schuld“, sagte Hofmann der „BamS“. Es mache ihn wütend, dass die Beschäftigten jetzt Angst um ihre Zukunft haben müssten. Die Gewerkschaft werde alles tun, damit die Belegschaft nicht ausbaden müsse, was Manager angerichtet hätten.


Der VW-Konzern hat mit der Manipulation von Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen gegen Europarecht verstoßen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verweist in einem entsprechenden Schreiben an 31 europäische Amtskollegen auf einen Bescheid des Kraftfahrtbundesamts. Darin habe die Kontrollbehörde festgestellt, dass es sich bei den eingebauten Softwareprogrammen um unzulässige Abschalteinrichtungen handle.

Samstag | 17.10.2015

Nach seinem Rücktritt als VW-Chef beendet Martin Winterkorn auch seine Funktion als Vorstandsvorsitzender in der Porsche-Holding PSE. Auf ihn folgt mit Wirkung zum 1. November der neue VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, wie die PSE als größter Volkswageneigner heute mitteilte.


Foto: Volkswagen AG

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Volkswagen schließt einen Einbruch bei den Verkäufen und damit einhergehende Folgen für Produktion und Jobs nicht aus. Aus Wolfsburg heißt es, sollte sich ein vorübergehender Beschäftigungsrückgang ergeben, werde Kurzarbeit wie in der Vergangenheit eine sinnvolle Möglichkeit sein. Vorher hatte der Betriebsrat erklärt, das Top-Management um den neuen Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller erwäge eine Kappung der Leiharbeit.


Mit einem schonungslosen Schuldeingeständnis meldet sich der VW-Konzern in der eigenen Mitarbeiterzeitung zu Wort gemeldet und räumt einen enormen Vertrauensverlust ein. Gleichzeitig verspricht Deutschlands größter Arbeitgeber und Autobauer auf einer ganzen Seite in der Zeitung, mit aller Kraft um die Gunst der Kunden kämpfen zu wollen: „Wir werden nicht aufhören zu arbeiten, bis wir Ihr Vertrauen wiedererlangt haben.“


Continental-Chef Elmar Degenhart sieht in der Abgas-Affäre bei VW keine Gefahr für die Strahlkraft der gesamten deutschen Industrie. Daraus zu konstruieren, dass für „Made in Germany“ Schaden entstehe, hält Degenhart für übertrieben. Der Ruf der deutschen Automobilindustrie dagegen werde sicher erstmal in Mitleidenschaft gezogen – insbesondere bei internationalen Kunden.

Freitag | 16.10.2015

Als Konsequenz aus dem VW-Abgasskandal wollen EU-Abgeordnete eine europäische Genehmigungsbehörde für Kraftfahrzeugtypen fordern. Der umweltpolitische Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion, Matthias Groote, sagte dem „Spiegel“, nationale Zulassungsstellen wie das Kraftfahrtbundesamt seien zu industrienah und hätten zu lange weggeschaut. Ende des Monats soll über eine parteiübergreifende Resolution abgestimmt werden.


Volkswagen muss ein weiteres Minus bei den Autoverkäufen verkraften. Der Absatz des Konzerns sank im September im Jahresvergleich um 1,5 Prozent auf 885.300. Vor allem bei der Pkw-Kernmarke ging es bergab. Die Auswirkungen des Abgas-Skandals dürften in den Absatzzahlen noch begrenzt sein.


Foto: Daimler AG

Foto: Daimler AG

VW holt die Daimler-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt in seine eigene Führungsetage. Daimler habe dem Wunsch entsprochen und entlasse die ehemalige Bundesverfassungsrichterin frühzeitig aus ihrem bis Februar 2017 laufenden Vertrag, teilten beide Autobauer mit. Hohmann-Dennhardt wechselt zum Jahreswechsel in den Vorstand der Volkswagen AG – dort ist sie dann die erste Frau überhaupt.


Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat mit einer Sonderkommission Ermittlungen gegen Volkswagen aufgenommen. Ein Behördensprecher bestätigte heute einen Artikel des „Spiegel“. Als Anfangsverdacht im Raum stehen Betrug und Verstöße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Es gehe darum, die ursprünglich Verantwortlichen für die Manipulation zu ermitteln und die Wurzeln der Abgas-Software zu ergründen.


Der größte Rückruf in der VW-Geschichte lässt die freien Kfz-Werkstätten in Deutschland auf ein Recht für die Teilnahme an der 2016 startenden Aktion pochen. Der Bundesverband Freier Kfz-Mehrmarkenwerkstätten sagt, Volkswagen solle das allein schon aus Gründen der Kundenzufriedenheit ermöglichen. Sollte VW die 2,4 Millionen Fahrzeuge nur in die bestehenden Vertragswerkstätten schicken, wäre das aus Sicht der freien Werkstätten Wettbewerbsverzerrung.


Die Abgas-Affäre bei Volkswagen hat im September die Freude am Autokaufen vorerst nicht getrübt. In der Europäischen Union seien mit knapp 1,36 Millionen Autos 9,8 Prozent mehr neu zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband Acea mit. Das war der 25. Anstieg in Folge. Der VW-Konzern legte um 8,4 Prozent auf knapp 316.000 Fahrzeuge zu.


Die Autozulieferer in Niedersachsen hoffen auf ein glimpfliches Ende in der Abgas-Affäre bei Volkswagen. Niedersachsens Metallarbeitgeber-Chef Volker Schmidt sagte, am Ende des Tages gelte auch hier: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Die Autozulieferer behielten derzeit die Ruhe. Und auch von einknickenden Absätzen sei derzeit noch nichts zu spüren.

Donnerstag | 15.10.2015

Volkswagen ruft nach eigenen Angaben mehr Fahrzeuge zurück als von den deutschen Behörden verlangt. Freiwillig würden sämtliche Motoren vom Typ EA-189 zurückgerufen, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Dazu gehörten auch Motoren der Emissionsklassen EU 3 und EU 4. Das Kraftfahrtbundesamt habe seinerseits lediglich den Rückruf von Autos mit Motoren verlangt, die der EU-5-Norm entsprechen. An der Zahl der weltweit elf Millionen vom Abgas-Skandal betroffenen Autos ändere sich nichts.


Mit einem Aufruf zu Demut, Veränderungswillen und Durchhaltevermögen schwört die Führung des VW-Konzerns ihre Top-Manager auf die Bewältigung des Abgas-Skandals ein. Bei einem Treffen in Leipzig sagte Konzernchef Matthias Müller, das Ziel für VW sei nun, nicht nur zu alter Stärke zurückzufinden, sondern eben auch zu neuer. Er werde das Top-Management stärken und ihm mehr Freiraum für Entscheidungen geben. Freiraum heiße dann aber auch Verantwortung.


Der Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingt den VW-Konzern zum größten Rückruf in der Firmengeschichte. In den 28 Ländern der Europäischen Union holt Volkswagen rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten, wie der Konzern in Wolfsburg heute mitteilte. Rund 2,4 Millionen seien auf deutschen Straßen unterwegs, heißt es. Damit bestätigt VW die Zahl von gestern.


Volkswagen muss dem Kraftfahrtbundesamt bis Ende Oktober eine erste nachgebesserte Software für die vom Abgas-Skandal betroffenen Dieselautos vorstellen. Das hat das KBA heute bekanntgegeben. Bis spätestens Ende dieses Monats soll VW die geplanten neuen Programme für die 2,0-Liter-TDI-Modelle präsentieren. Bis Ende nächsten Monats müssen dann Lösungen für die Diesel-Fahrzeuge mit 1,6 und 1,2 Litern Hubraum folgen.


Außerdem hält das KBA die Software in den betroffenen Diesel-Fahrzeugen des VW-Konzerns für illegal. Die Behörde vertrete die Auffassung, dass es sich um eine „unzulässige Abschalteinrichtung handelt“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. In Deutschland seien 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen.


Das Kraftfahrtbundesamt ordnet wegen des Abgas-Skandals einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Diesel-Fahrzeuge mit der manipulierten Software an. Eine von Volkswagen vorgeschlagene freiwillige Reparatur reicht der Behörde nicht. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums und bestätigte damit Informationen der „Bild“.

Mittwoch | 14.10.2015

In die Ermittlungen gegen Volkswagen schalten sich einem Medienbericht zufolge weitere US-Regulierer ein. Die Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) untersuche die Werbekampagnen für die betroffenen Diesel-Autos, meldete zunächst „Politico“ unter Berufung auf eine Sprecherin. Die FTC bestätigte anderen US-Medien, sich den Ermittlungen des US-Justizministeriums und der Umweltbehörde EPA angeschlossen zu haben.


Der Abgas-Skandal hat das Teilewerk in Kassel erreicht. Laut einem Bericht der „Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen“ ist eine Top-Führungskraft aus der Fabrik in Zusammenhang mit Untersuchungen zu den Manipulationen an Diesel-Motoren beurlaubt worden. Konzernkreise bestätigten den Schritt zwar, wiesen aber auf die Unschuldsvermutung hin.


Der VW-Konzern weist einen „Spiegel“-Bericht zurück, wonach mindestens 30 Manager in den Abgas-Skandal verwickelt sind. Ein Konzernsprecher sagte, die Zahl entbehre jeglicher Grundlage. Nach Informationen und Darstellung des Nachrichtenmagazins sollen Dutzende Führungskräfte von den jahrelangen Manipulationen bei Abgaswerten gewusst haben und nun beurlaubt werden.


Foto: Volkswagen AG

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Volkswagen verliert im Kampf gegen die Abgas-Affäre einen seiner wichtigsten Hoffnungsträger aus dem Top-Management. Völlig überraschend verlässt der bisherige Skoda-Chef Winfried Vahland das Unternehmen und wird damit doch nicht – wie Ende September zunächst verkündet – neuer Chef für die neu geschaffene Region Nordamerika mit den Märkten USA, Mexiko und Kanada.


Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) pocht angesichts des VW-Skandals darauf, dass die Autobauer die Kosten neuer Abgaskontrollen tragen. Laut einer EU-Richtlinie soll es neben Labormessungen bei der Zulassung von Fahrzeugtypen auch zusätzliche Stichproben auf der Straße geben, erläuterte Hendricks in Berlin. Die dafür notwendigen Kosten solle die Industrie selber übernehmen. Dies sei bei industriellen Anlagen ebenfalls so.


Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz entschuldigt sich bei Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen falscher Aussagen zu Ermittlungen gegen ihn. „Lassen Sie mich an dieser Stelle deutlich sagen, dass ich den Fehler der Staatsanwaltschaft Braunschweig in höchstem Maß bedauerlich finde“, sagte die Grünen-Politikerin im Landtag in Hannover.

Dienstag | 13.10.2015

Die Planungen für ein neues Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg liegen vorerst auf Eis. Investitionen in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro seien wegen der Krise beim Mutterkonzern VW derzeit nicht möglich, sagte VfL-Manager Klaus Allofs.


Foto: Volkswagen AG

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Volkswagen will wegen der hohen Kosten für den Abgas-Skandal eine Milliarde Euro weniger pro Jahr als bislang geplant investieren. Das Sparprogramm werde beschleunigt, heißt es. Außerdem solle die Diesel-Strategie neu ausgerichtet werden. Zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen soll es einen neuen Standard-„Baukasten“ geben. Die neue Version des Luxuswagens Phaeton soll elektrisch werden.


VW hätte die Abgas-Manipulation bei Dieselfahrzeugen nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) viel früher eingestehen müssen. Im Herbst letzten Jahres seien erstmals Abweichungen zwischen Labortests und Straßentests bei VW-Dieselfahrzeugen in den USA festgestellt worden, sagte Weil im Landtag. Danach habe es mehr als ein Jahr Gespräche zwischen US-Behörden und Volkswagen gegeben, bis VW die Manipulation eingeräumt habe: „Dieses Eingeständnis hätte klar und deutlich sehr viel früher erfolgen müssen – ein weiterer schwerer Fehler“. Er selbst habe genau wie Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) erst aus den Medien von Abgas-Skandal erfahren.


Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und das Studio Paramount Pictures wollen einen Film über die Volkswagen-Abgasaffäre drehen. Wie zwei Branchenportale schreiben, ist der Schauspieler und Umweltaktivist mit seiner eigenen Firma als Produzent an Bord. Paramount hatte sich die Filmrechte an dem geplanten Buch von Jack Ewing über den Skandal um die Manipulationen bei Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen des Autobauers gesichert. Wer vor und hinter der Kamera steht, ist noch völlig unklar.

Montag | 12.10.2015

In der Volkswagen-Abgasaffäre gerät nun auch die Kreditwürdigkeit von VW unter Druck. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s senkte die entsprechende Bewertung um eine Stufe auf „A-„. Zudem könne das Rating um bis zu zwei weitere Stufen gesenkt werden, hieß es von S&P. Damit droht Volkswagen ein Abrutschen seiner Kreditwürdigkeit in die untere Mittelmäßigkeit.


Der Abgasskandal bei VW hat die tschechische Tochter Skoda im September auf dem deutschen Markt nicht belastet. Das unternehmen sagt, die Zahl der Auslieferungen in Deutschland habe sich im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent auf 15.300 Fahrzeuge erhöht. Die Abgas-Manipulationen waren allerdings erst Mitte September bekanntgeworden.


Foto: Volkswagen AG

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fürchtet bislang keine Probleme für den Landesetat infolge der schweren Abgas-Krise bei Volkswagen. Derzeit führe die aktuelle Situation bei VW „zu keinen ernsthaften Risiken für den Landeshaushalt“, sagte Weil. Das Land ist – zum überwiegenden Teil mittelbar über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft – mit knapp 60 Millionen Stammaktien am Grundkapital der Volkswagen AG beteiligt.


Volkswagens Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn steht nach übereinstimmenden Medienberichten auch vor dem Rückzug von seinen übrigen Ämtern in dem Autokonzern. Dazu zählen der Vorstandsvorsitz beim VW-Ankeraktionär Porsche SE sowie die Chefposten in den Aufsichtsräten von Audi und der Holding für die schweren Nutzfahrzeuge mit Scania und MAN.


Volkswagen kündigt jetzt auch in China einen Rückruf an. Die Aktion betreffe allerdings nur wenige Modelle, weil die Diesel-Technologie im Reich der Mitte bisher kaum verbreitet sei, heißt es aus Wolfsburg. Es gehe um knapp 2.000 Tiguan und 4 Passat, die alle importiert wurden. Unterdessen zeigen sich Chinas Aufsichtsbehörden „sehr besorgt“ über den Abgas-Skandal und behalten sich weitere Schritte je nach Entwicklung vor.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte belastet nach Meinung von Bundespräsident Joachim Gauck den guten Ruf Deutschlands und das Ansehen seiner Wirtschaft im Autoland Südkorea nicht. Nach einem Besuch bei der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye in Seoul sagte Gauck: „Ich konnte keine Einschränkung des Bildes von Deutschland aus koreanischer Sicht wahrnehmen, und dafür bin ich natürlich dankbar“. Gauck schränke aber ein, er wisse nicht, ob es die koreanische Höflichkeit gewesen sei, die es seiner Gastgeberin verboten habe, das Thema anzusprechen.

Samstag | 10.10.2015

Foto: Deutsche Post DHL Group

Foto: Deutsche Post DHL Group

Auch weil große Teile der eigenen Flotte vom VW-Abgas-Skandal betroffen sein könnten, fordert Post-Chef Frank Appel „volle Transparenz“ von dem Autokonzern. Von den rund 90.000 firmeneigenen Fahrzeugen kämen etwa 20.000 von Volkswagen – fast alle aus dieser Gruppe seien Dieselmodelle, sagte Appel der „Süddeutschen Zeitung“. Für die CO2-Bilanz der Post habe der Skandal jedenfalls keine Folgen, weil man sich bei deren Berechnung am tatsächlichen Verbrauch orientiere.


Dem Abgas-Skandal bei Volkswagen ist laut Niedersachsens Regierungschef und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) eine ganze Kette von großen Fehlern vorausgegangen. Weil sagte, dass Fehler in allen großen Institutionen passieren. Problematisch aber sei bewusstes Fehlverhalten. Weitere personelle Konsequenzen will Weil nicht ausschließen – genauso wenig wie mögliche Jobverluste wegen rückläufiger Absatzzahlen.

Freitag | 09.10.2015

Bisher hat sich das Kraftfahrt-Bundesamt zum Abgas-Skandal bei VW öffentlich zurückgehalten – drei Wochen nach dem Beginn der Affäre weist sein Chef Ekhard Zinke heute Vorwürfe der Mitverantwortung zurück. Die Behörde habe von den Manipulationen nichts wissen können, sagte Zinke dem „Flensburger Tageblatt“. Er verteidigte sich gegen ein wie auch immer geartetes, möglicherweise vorwerfbares Fehlverhalten des Amtes. Dieses habe es nicht gegeben.


Die kalifornische Umweltbehörde CARB setzt Volkswagen ein Ultimatum. VW habe bis zum 20. November Zeit, einen Plan vorzulegen, wie die betroffenen Diesel-Fahrzeuge nachgerüstet werden können, sagte die Behörde dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. CARB erwägt offenbar, notfalls VW-Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Außerdem werde es bald weitere Testergebnisse anderer Hersteller geben.


Dr. Francisco Javier Garcia Sanz. Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Der VfL Wolfsburg hat für Volkswagen eine Leuchtturmfunktion. Deshalb wird der Mutterkonzern den Verein auch künftig unterstützen. Das betont Francisco Javier Garcia Sanz, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG und Aufsichtsratsvorsitzender beim VfL, in einer Erklärung zur aktuellen Situation. Garcia Sanz spricht von einer „angemessenen Unterstützung“, nennt aber keine Zahlen.


Die meisten Menschen in Deutschland sind einer Umfrage zufolge wegen des VW-Skandals für Auto-Abgastests unter realen Bedingungen. 90 Prozent gaben in einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage von TNS Emnid an, sie wären dafür, dass Abgas- und Verbrauchswerte unter realen Bedingungen gemessen würden. Gut zwei Drittel hätten am liebsten schon im kommenden Jahr neue Abgastests.


Die Verkehrsminister der Länder appellieren an die Bundesregierung, die Manipulationsvorwürfe bei VW aufzuklären und Rechtsverstöße konsequent zu ahnden. In einem entsprechenden Beschluss fordern die Minister außerdem Vorkehrungen gegen Manipulationen. Unabhängig vom Abgasskandal solle sich der Bund bei der EU für neue Teststandards starkmachen.


Volkswagen büßt wie es aussieht massiv das Vertrauen der deutschen Verbraucher ein. Wie aus einer repräsentativen Studie des Verbandes der Kommunikationsagenturen GPRA hervorgeht, vertrauen nur noch 43 Prozent der Befragten dem Wolfsburger Konzern. Zuletzt hatte der Verband vor zwei Jahren vergleichbare Werte erhoben: Damals gaben noch 84 Prozent der Befragten an, VW zu vertrauen.


Nach dem angekündigten verschärften Sparkurs kommen bei VW jetzt erste konkrete Projekte auf den Prüfstand. Nach Ansicht von Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh muss zum Beispiel über die Zukunft der unter Absatzproblemen leidenden VW-Luxuslimousine Phaeton gesprochen werden. Osterloh sagte: „Wenn schon Phaeton, dann als Elektro-Fahrzeug mit 800 Volt, 15 Minuten Ladezeit und mit 500 Kilometer Reichweite“.


Volkswagen und Audi geraten in den USA weiter in Bedrängnis. Der US-Bundesstaat Texas verklagt die beiden Landesgesellschaften des Autobauers wegen des Verstoßes gegen Verbraucherschutz- und Umweltgesetze. Volkswagen habe seine Kunden absichtlich über Jahre in die Irre geführt, sagte der Justizminister und Generalstaatsanwalt des Staates, Ken Paxton. Das müsse bestraft werden.

Donnerstag | 08.10.2015

Volkswagens US-Chef Michael Horn leistet Abbitte vor dem US-Kongress. „Im Namen unseres ganzen Unternehmens und meiner Kollegen in Deutschland möchte ich eine aufrichtige Entschuldigung anbieten“, sagte er in einer für ihn sichtlich unangenehmen Anhörung vor US-Politikern. VW übernehme die volle Verantwortung und werde Mittel finden, um seine Kunden zu entschädigen. Aber Horn bat auch um Geduld – es stehe viel Arbeit bevor, die Aufklärung werde noch dauern. Er selbst habe erst vor wenigen Wochen von gezielten Manipulationen bei Abgasmessungen in den USA erfahren.


Wusste ein Top-Manager in der Wolfsburger VW-Zentrale schon länger über die Manipulationen Bescheid? Nach Informationen der dpa ja. Die Nachrichtenagentur will aus Konzernkreisen erfahren haben, dass VW-US-Chef Michael Horn schon im letzten Jahr den inzwischen beurlaubten VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer über mögliche Verstöße unterrichtet hat. Neußers Anwältin schweigt zu dem Thema.


Razzia bei VW! Am Vormittag seien in Wolfsburg und an anderen Orten Durchsuchungen durchgeführt worden, sagt die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Bei den unangekündigt durchsuchten Gebäuden handle es sich sowohl um Geschäfts- als auch um Privatgebäude sowie Wohnungen von VW-Mitarbeitern. Details würden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Ziel der Durchsuchungen sei es, Unterlagen und Datenträger sicherzustellen.


Volkswagens Manipulations-Software konnte einem Bericht zufolge auch Abgastests in Europa austricksen. VW hat laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ eingeräumt, dass das Programm zur zeitweisen Senkung der Stickoxide in den Abgasen auch einen gezielten Nutzen in Europa hat. Ein Konzernsprecher sagte, ob und wie weit diese Software tatsächlich unerlaubt eingreife, sei derzeit noch Gegenstand der internen und externen Prüfungen.


Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert mehr Transparenz von VW. Er teile die Auffassung der Arbeitnehmervertreter, der Betriebsräte und der IG Metall, dass es ein offensives Vorgehen des Konzerns geben muss. Nicht erst auf Nachfrage, sagte Gabriel heute nach einem Treffen mit dem Weltkonzernbetriebsrat in Wolfsburg.


Über 700 VW-Fahrer in Australien schließen sich einer Sammelklage gegen den Volkswagen an. Die entsprechende Anwaltskanzlei rechnet mit vielen weiteren Klägern, und will die Klage in etwa drei Wochen einreichen. Eine Vielzahl von Sammelklagen wird auch in den USA vorbereitet. Zeitgleich hat sich VW in Südkorea bei seinen Kunden für den Betrug entschuldigt und will auch dort die betroffenen Fahrzeuge zurückrufen.


Der Skoda-Entwicklungsvorstand Frank Welsch könnte neuer VW-Entwicklungschef werden und damit Nachfolger des beurlaubten Heinz-Jakob Neußer. Dies sei denkbar, hieß in Konzernkreisen. Gleichzeitig hieß es aber auch, die Entscheidung sei noch nicht gefallen.


Volkswagen will vor dem geplanten Rückruf von Millionen Fahrzeugen im Abgas-Skandal erstmal „intensive Qualitätstests“ vornehmen. Dies solle im laufenden vierten Quartal in Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt geschehen, hieß in Konzernkreisen. VW hatte dem KBA gestern einen Zeit- und Maßnahmenplan zur Bewältigung des Abgas-Skandals vorgelegt.

Mittwoch | 07.10.2015

Die Deutsche Bank kritisiert die Pötsch-Wahl. Die Wahl des Ex-Finanzvorstands zum Aufsichtsratschef passe nicht in eine „gute Corporate-Governance-Landschaft“, heißt es von der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset und Wealth Management im „Handelsblatt“. Beim Thema Grundsätze guter Unternehmensführung sei VW stehen geblieben. Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil dagegen verteidigt die Wahl: „Wir sind überzeugt davon, dass Herr Pötsch aufgrund seiner großen Erfahrung und seines strategischen Weitblicks an dieser Stelle der richtige Aufsichtsratsvorsitzende ist“.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Foto: Bundesregierung / Kugler

Foto: Bundesregierung / Kugler

Der Zeit- und Maßnahmenplan von VW ist pünktlich beim Kraftfahrt-Bundesamt angekommen. Das „umfangreiche Schreiben“ sei heute eingetroffen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Darin werde von einer Rückrufaktion gesprochen. VW plant demnach für die von Manipulationen betroffenen 2-Liter-Autos eine Software-Lösung, bei den 1,6-Liter-Motoren sei „mit großer Sicherheit“ zusätzlich eine motortechnische Anpassung nötig. Das KBA prüft die Pläne jetzt.


Der bisherige kommissarische VW-Aufsichtsratschef Berthold Huber bleibt vorerst im Kontrollgremium bei Volkswagen. Huber solle erst nach dem Gewerkschaftstag der IG Metall vom designierten neuen IG-Metall-Chef Jörg Hofmann im Aufsichtsrat abgelöst werden, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. Dies sei seit langem geplant.


Volkswagen sagt sorry – die VW-Kunden in den USA haben einen Brief bekommen, in dem US-Chef Michael Horn schreibt, er könne ihren Ärger und Frust voll und ganz verstehen. Außerdem berichten von den Manipulationen betroffene Fahrzeughalter, ihnen sei von VW-Händlern 2.000 Dollar Treueprämie angeboten worden. Der Konzern sagt dazu nichts.


Erwartungsgemäß wählt der VW-Aufsichtsrat den bisherigen Finanzchef Hans Dieter Pötsch zu seinem neuen Vorsitzenden. Nach einem weiteren Krisentreffen des Kontrollgremiums ist klar: Pötsch löst den seit Ende April übergangsweise amtierenden Berthold Huber ab. Erst am Morgen hatte das Amtsgericht Braunschweig die Wahl von Pötsch durch einen Beschluss möglich gemacht und den 64-Jährigen auf Antrag des VW-Präsidiums zum Mitglied des Aufsichtsrats ernannt.


Eine deutsche VW-Kundin verklagt den Volkswagen-Konzern auf Schadenersatz. Ein Rechtsanwalt aus Bochum sagte, seine Mandantin wolle ihr Auto zurückgeben und fordere deshalb die Rückabwicklung des Kaufs. Sie habe sich aus Umweltschutz-Gründen bewusst für „Blue Motion“-Fahrzeug entschieden und dabei auch Zusatzkosten in Kauf genommen -jetzt sehe sie sich getäuscht. Die von VW angekündigte Nachbesserung reiche nicht, um den Schaden zu beheben.


Unter anderem wegen des Abgas-Skandals sagt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) seine geplante Afrika-Reise ab. Wie die Staatskanzlei mitteilt, reist stattdessen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vom 18. bis 25. Oktober nach Südafrika. Auch Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat seine Teilnahme abgesagt.


Die Volkswagen-Töchter Seat und Skoda sollen künftig im VW-Konzernvorstand vertreten sein – aber nicht durch die jeweiligen Markenchefs. Es werde stattdessen Paten für die beiden kleineren Marken geben, sickerte aus Konzernkreisen durch. Dem Vernehmen nach soll Beschaffungsvorstand Francisco Sanz diesen Job für Seat übernehmen.

Dienstag | 06.10.2015

Kommenden Januar soll es losgehen! Dann plant VW-Chef Müller den Rückruf der ersten Autos. „Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit. Im selben Interview stellte Müller das Engagement des Konzerns im Fußball infrage: „Wir drehen jeden Stein um und werden uns auch das ansehen“, sagte Müller der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der VfL Wolfsburg ist eine hundertprozentige VW-Tochter.


Mitten im Abgas-Skandal bietet Fiat Chrysler allen Volkswagen-Kunden offenbar eine Wechselprämie an. Bis zu 1.500 Euro bekämen Kunden in Italien, die ihren VW bis Ende des Monats gegen ein Fiat-Modell eintauschten, schreibt die Zeitung „Il Giornale“. Ein Fiat-Sprecher wollte den Artikel nicht kommentieren, Rabatte dieser Art sind in der Autobranche aber nicht selten.


Verkehrs- und Umweltverbände werfen der Bundesregierung vor, jahrelang zu wenig gegen den hohen Schadstoffausstoß von Diesel-Autos getan zu haben. Sie fordern die Einrichtung einer unabhängigen Kontrollbehörde. Eine komplette Umstellung des Systems sei nötig, sagen Verkehrsexperten. Das Umweltbundesamt nannte es „absolut zentral“, dass Autos künftig nicht nur bei der Neuzulassung getestet werden, sondern auch noch später.


Viele Europa-Abgeordnete sind dafür, so schnell wie möglich realistische Abgastests einzuführen. Die Sozialdemokraten forderten im EU-Parlament in Straßburg eine unabhängige, EU-weite Typengenehmigungsstelle. Die Europäer sollten die VW-Krise außerdem dazu nutzen, um sich Elektrofahrzeugen zuzuwenden. Die Empörung über „kriminelle Machenschaften“ im VW-Konzern zieht sich durch die meisten Fraktionen.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Große Betriebsversammlung bei VW in Wolfsburg heute: Vor rund 22.000 Beschäftigten kündigte Konzernchef Matthias Müller harte Zeiten an. Technische Lösungen seien in Sicht, die geschäftlichen und finanziellen Folgen dagegen könne man noch nicht absehen. Müller will jetzt alles auf den Prüfstand stellen. Gleichzeitig werde alles dafür getan, dass der Schaden für die Belegschaft so gering wie möglich ausfällt. Ähnlich hatte sich kurz zuvor Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh geäußert: „Derzeit, das ist die gute Nachricht, gibt es noch keine Konsequenzen für Arbeitsplätze.“ Das gelte sowohl für die Stammbelegschaft als auch für Leiharbeiter. Auch Ministerpräsident und Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) machte den Beschäftigten in einem Schreiben Mut.

Montag | 05.10.2015

Die meisten der weltweit elf Millionen manipulierten Diesel-Autos sind in Europa unterwegs. Insgesamt seien EU-weit rund acht Millionen Fahrzeuge betroffen, hieß es am Abend aus Wolfsburg. Alle Bundestagsabgeordneten mit VW-Standorten in ihren Wahlkreisen seien entsprechend informiert worden. Laut „Handelsblatt“ steht in dem entsprechenden Entschuldigungsschreiben, dass der Aufsichtsrat mit Unterstützung deutscher und amerikanischer Juristen „die lückenlose Aufklärung der Vorgänge überwachen“ werde.


Volkswagen verliert einen Partner in der Umweltbewegung. Der Naturschutzbund Deutschland will die zum Jahresende auslaufende Kooperationsvereinbarung mit dem Konzern nicht verlängern. Eine Sprecherin sagte, nach dem Abgas-Skandal gebe es keine Grundlage dafür. Der Nabu fordert für VW einen Umweltvorstand mit Vetorecht und einen Nachhaltigkeits-Verantwortlichen im Aufsichtsrat.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt angesichts des VW-Abgas-Skandals vor einem Pauschalverdacht gegen die Autohersteller. Er gehe diesen Weg nicht mit, eine ganze Branche unter Generalverdacht zu stellen, sagte Dobrindt. Illegale Manipulationen Einzelner und Schäden für die Kunden würden nicht geduldet. Es sei aber falsch, nun über den angeblichen Niedergang der Autoindustrie und des Qualitätssiegels „Made in Germany“ zu reden.


Die Untersuchungen der Finanzaufsicht zum Handel mit VW-Aktien rund um den weltweiten Abgas-Skandal könnten sich noch lange hinziehen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht weiß noch nicht, wann sie abgeschlossen werden können. Es handle sich bei der Überprüfung nach wie vor um eine routinemäßige Untersuchung, die bei großen Kursschwankungen immer anstehe, sagt die Bafin. Kritiker werfen VW vor, die Öffentlichkeit zu spät über die Manipulationen informiert zu haben.


Der Markenwert von Volkswagen ist durch den Abgas-Skandal wie es aussieht massiv gesunken. Die Unternehmensberatung Interbrand sieht VW in der heute veröffentlichten jährlichen Rangliste der wertvollsten Marken auf Platz 35. Zuletzt lagen die Wolfsburger auf Platz 31. Demnach sank der ermittelte Wert für um neun Prozent auf gut 11,1 Milliarden Euro. Vor Bekanntwerden der Tricks war Interbrand noch von einem Zuwachs von zehn Prozent ausgegangen.


Im Zuge der VW-Affäre sieht Industrie-Präsident Ulrich Grillo die deutschen Manager in der Pflicht. In einem Brief an Führungskräfte der deutschen Wirtschaft forderte Grillo die Unternehmen auf, für dauerhaftes Vertrauen zu sorgen und nachvollziehbar darzulegen, wie sie Gewinne erzielen. Andernfalls werde die Politik diese Aufgabe übernehmen. Wichtig sei aber auch, dass die Regierung den Fall Volkswagen nicht überstürzt zum Anlass nimmt, um radikal an der Regulierungsschraube zu drehen.

Sonntag | 04.10.2015

VW Volkswagen ZeitungsanzeigeVW wirbt in seitengroßen Zeitungsanzeigen um seine Kunden. „Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen“, heißt es in dem Text, der heute prominent in mehreren auflagenstarken Sonntagsblättern abgedruckt ist.


Einem Zeitungsbericht zufolge gibt es erste Geständnisse im Abgas-Skandal. Die „Bild am Sonntag“ beruft sich auf einen Bericht der internen VW-Revision und schreibt, mehrere VW-Ingenieure sollen bei Befragungen ausgesagt haben, sie hätten 2008 die Manipulations-Software installiert. Demnach befand sich zu diesem Zeitpunkt der Dieselmotor EA 189 kurz vor der Serienreife. Problem sei gewesen, sowohl die Abgasnormen als auch die Kostenvorgaben für den Motor einzuhalten. Daher habe man sich entschieden, die Manipulations-Software zu verwenden. VW schweigt zu dem Artikel.


Starker Tobak für VW kommt von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD). Schulz sagte der Funke Mediengruppe, die Manipulationen seien „ein Anschlag auf den Standort Deutschland, auf viele tausend Kunden und Arbeitnehmer“ gewesen. Es sei kaum zu fassen, was bei VW mit Fahrlässigkeit und möglicherweise sogar krimineller Energie gemacht wurde. Gleichzeitig unterstrich Schulz, Volkswagen sei ein starker Konzern, der alle Chancen habe, die Krise zu überstehen.

Samstag | 03.10.2015

Verkaufsstopp in Down-Under – Volkswagen stellt den Verkauf einiger Diesel-Fahrzeuge in Australien vorübergehend ein. Demnach sollen Fahrzeuge mit 1,6- oder 2,0-Liter-EA189-Motoren vorerst vom Markt genommen werden, sagt VW Australia. In Australien wurden schätzungsweise 40.000 Dieselfahrzeuge manipuliert. In Deutschland raten Experten Anlegern davon ab, schnell Klagen gegen VW zu erheben. Dafür sei ein Jahr Zeit. Zumal eine schnelle Klage keine gute Klage sei, weil sie risikoreicher sei.

Freitag | 02.10.2015

VW-Kunden können ab sofort im Internet prüfen, ob ihr Wagen von der Abgas-Affäre betroffen ist. Dafür muss auf der VW-Seite die Fahrgestellnummer eingegeben werden – das geht hier. VW sagt, so könne dann festgestellt werden, ob der eigene Wagen einen der betroffenen EA 189-Dieselmotoren hat.


Die italienische Kartellbehörde leitet Ermittlungsverfahren gegen VW ein. Das Amt ermittle in dem Fall wegen unlauteren Geschäftsgebarens, heiß es von der Behörde in Rom. Sie will demnach prüfen, ob Verbraucher durch Angaben zu Emissionen von VW-Autos in Werbekampagnen und Broschüren in die Irre geführt wurden. Vorher war bekannt geworden, dass auch die französische Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet hat.


In der IG Metall gibt es weiterhin starke Bedenken, den bisherigen Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch zum Aufsichtsratschef bei Volkswagen zu machen. Man brauche nach dem Abgas-Skandal ein klares Zeichen, dass das Kontrollgremium unabhängig und ohne Vorbelastung seinen Aufgaben nachgehen könne, hieß es von der Gewerkschaft.


Die VW-Beschäftigten dürfen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nicht zu den Leidtragenden der Abgas-Affäre werden. Niemand, der bei Volkswagen arbeite, dürfe dafür büßen müssen, dass im Management einige Wenige sich kriminell verhalten hätten, sagte der Vizekanzler. Zwar setze der Skandal der deutschen Wirtschaft ordentlich zu, einen Feldzug gegen Volkswagen dürfe man aber keinesfalls führen.


Ein Privatanleger aus Baden-Württemberg verklagt VW auf Schadenersatz. Der Anleger hatte im April und Juli VW-Vorzugsaktien gekauft und möchte, dass diese Transaktion jetzt rückabgewickelt wird. Seine Anwaltskanzlei sagt, der Kläger mache einen sogenannten Kursdifferenzschaden von rund 60 Euro pro Aktie geltend. Insgesamt habe er rund 20.000 Euro verloren. Das VW-Papier hatte zuletzt an der Börse massiv an Wert verloren.


Volkswagen sollte nach Ansicht des Autozulieferers und Anlagenbauers Voith rasch aufklären und seine Verfehlungen offen zugeben. „Gerade in Amerika schätzen die Menschen es, wenn man Fehler eingesteht, Reue zeigt, Besserung gelobt und schnell Taten folgen lässt“, sagte Voith-Chef Hubert Lienhard der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sollte VW die richtigen Konsequenzen ziehen, dann würden auch die Kunden akzeptieren, dass in einem Unternehmen Fehler gemacht werden können.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Das Volkswagen-Werk im mexikanischen Puebla streicht die ursprünglich für Samstag geplanten Sonderschichten. Von Montag bis Freitag werde normal weitergearbeitet, teilte Volkswagen Mexiko mit. In Puebla steht das zweitgrößte VW-Werk weltweit. Über 500.000 rollen dort jährlich vom Band – und danach dann zum Großteil weiter auf den US-Markt.

OKTOBER – Donnerstag | 01.10.2015

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verteidigt die Entscheidung des VW-Aufsichtsratspräsidiums, die für November geplante Hauptversammlung zu verschieben. Weil sagte, wegen des Abgas-Skandals sei zu erwarten, dass auf einer Hauptversammlung zahlreiche Fragen im Detail gerichtsfest hätten beantwortet werden müssen. Nach dem bisherigen Stand der Aufklärungsarbeiten sei aber nicht zu erwarten, dass die dafür notwendigen Erkenntnisse schon in hinreichender Tiefe vorhanden sind.


Volkswagen erzielt trotz der Diesel-Affäre ein hauchdünnes Verkaufsplus in den USA. Nach Konzernangaben wurden im September 26.141 VW-Fahrzeuge verkauft. Das waren 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Manipulations-Skandal hatte allerdings erst Mitte September Fahrt aufgenommen.


Viele Menschen glauben nicht, dass nur VW seine Abgaswerte geschönt hat. Die Europäische Union hat bisher aber keine anderslautenden Informationen. EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska sagte heute in Luxemburg: „Ich habe keine Belege, dass ein anderes Unternehmen davon berührt ist.“


In Italien müssen fast 650.000 VW-Fahrzeuge in die Werkstatt. Die Volkswagen Group Italia sagt, am stärksten sei bei der Kernmarke VW manipuliert worden, aber auch Audi, Seat und Skoda seien betroffen.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Volkswagen verschiebt die Hauptversammlung! Die für den 9. November angesetzte Versammlung könne nicht abgehalten werden, sagt das Aufsichtsrats-Präsidium. Begründung: Es sei nicht realistisch, „binnen weniger Wochen zu fundierten Antworten zu kommen, die den berechtigten Erwartungen der Aktionäre entsprechen“. Die Untersuchungen würden „mindestens mehrere Monate“ in Anspruch nehmen. Außerdem kam heute aus Wolfsburg die bestätigung, dass der bisherige Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch neuer Chef des Aufsichtsrats werden soll. Nachfolger von Pötsch wiederum soll der bisherige Vorstandschef der VW-Finanztochter, Frank Witter, werden.


Der Abgasskandal bei Volkswagen beschäftigt jetzt auch das Europaparlament. Die EU-Abgeordneten werden am nächsten Dienstag in Straßburg über Emissionsmessungen im Autosektor debattieren. Die Tagesordnung wurde entsprechend erweitert. Es sei völlig außer Zweifel, dass ein solcher dramatischer Vorgang wie der bei Volkswagen diese Debatte beherrschen werde, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.


Die Staatsanwaltschaft Braunschweig rudert zurück: Entgegen früheren Angaben führe man derzeit kein formelles Ermittlungsverfahren gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, hieß es. Zugleich bedauerte die Staatsanwaltschaft die Irritationen über ihre Angaben zu dem Verfahren. Es sei auf Grundlage mehrerer Anzeigen zwar ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Gegen Winterkorn werde aber derzeit erst ein Anfangsverdacht geprüft.


Soll VW sich aus den USA zurückziehen? Nord-LB-Analyst Frank Schwope findet “jein”– zumindest schreibt er, Volkswagen solle einen Komplettausstieg der Marke Volkswagen-Pkw in den USA sollte in Erwägung ziehen. Seit acht Jahren veröffentlicht VW keine Zahlen mehr aus den USA. Für Schwope ist das ein Indiz, dass „eher (deutliche) Verluste als Gewinne in den USA angefallen sind.“ Die Marken Audi und Porsche dürften hingegen deutliche Gewinne auch in den USA einfahren.


VW drohen möglicherweise auch in Australien Millionenstrafen. Zum einen könnten Verbraucher mit falschen Angaben über die Umweltfreundlichkeit der Wagen getäuscht worden sein, sagt die dortige Verbraucherschutzbehörde. Zum anderen verstoße der Einbau manipulierter Software gegen australische Gesetze. Die Behörde warte noch auf Angaben von VW, ob Autos mit dieser Software nach Australien geliefert wurden. Jeder Verstoß könne je Auto eine Strafe von umgerechnet bis zu 692.000 Euro nach sich ziehen.

Mittwoch | 30.09.2015

Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Volkswagen bekommt einen neuen Kommunikationschef: Der bisherige Porsche-Sprecher Hans-Gerd Bode wird Nachfolger des bisherigen Leiters der VW-Konzernkommunikation, Stephan Grühsem. Letzterer saß seit dem Amtsantritt Martin Winterkorns als VW-Chef auf dem Posten und gilt als dessen enger Vertrauter. Bode wiederum wird ein guter Draht zu VW-Chef Matthias Müller nachgesagt.


Zur Aufarbeitung des Abgas-Skandals sitzt das Aufsichtsratspräsidium von Volkswagen wieder zusammen. Aus Konzernkreisen heißt es, das Gremium wolle unter anderem über einen Zwischenbericht der internen Revision zu der Affäre sprechen. Die Sitzung dürfte mehrere Stunden dauern.


Volkswagen und Audi müssen wegen Preise für besonders umweltfreundliche Diesel-Modelle in den USA zurückgeben. Das Fachblatt „Green Car Journal“ hat den beiden die Auszeichnungen aberkannt. Die Autos hätten sich im Nachhinein als unzulässig erwiesen, steht in der Begründung. 2009 und 2010 waren der VW Jetta TDI und der Audi A3 TDI jeweils „Green Car of the Year“ geworden. Die Unternehmen stimmten der Rückgabe der Preise zu.


In Großbritannien sind rund 1,2 Millionen VW-Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen. Aus dem Volkswagen-Sitz in Milton Keynes hieß es, fast die Hälfte davon seien Personenwagen der Marke VW. In Frankreich erwägt die Regierung jetzt, eine Rückzahlung öffentlicher Förderung zu fordern. Wenn der Verkauf angeblich sauberer Fahrzeuge mit Fördergeldern zusammenhänge, dann müssten die öffentlichen Hilfen zurückgezahlt werden, sagte Umweltministerin Ségolène Royal. Auch Spanien will im Subventionen für schadstoffarme Autos zurückverlangen.


Audi stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Die VW-Tochter sagt, damit wolle Audi den Prozess der Aufklärung unterstützen. Das Unternehmen arbeite eng mit den ermittelnden Behörden zusammen. Vorher war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft ein Prüfverfahren gegen Audi aufgenommen hat. Man prüfe derzeit alle Fakten, um entscheiden zu können, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden muss.


Porsche hat einen neuen Chef. Der bisherige Produktionsvorstand Oliver Blume übernimmt morgen den Chefsessel bei der VW-Tochter, teilte die Porsche AG nach einer Sitzung ihres Aufsichtsrats mit. Damit folgt der 47-Jährige auf Matthias Müller. Blume ist schon seit gut zwei Jahrzehnten im VW-Konzern tätig, vorletztes Jahr kam er als Produktionsvorstand zu Porsche.


Wolfsburgs Manager Klaus Allofs bleibt immer noch entspannt. Er sagte der „Zeit“, er erwarte keine plötzlichen Sparmaßnahmen beim VfL. Wenn man den gesamten VW-Konzern betrachte, sei das finanzielle Engagement sehr gering. Umgekehrt sei der Verein VfL Wolfsburg für die Marke VW mehr wert als die tatsächlich investierte Summe. Allofs glaubt sogar, dass der VfL in einer solchen Situation für Volkswagen eine besondere Rolle einnehmen kann.


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt der menschlichen Gier die Schuld am VW-Abgasskandal. Er sagte dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, wie schon bei der Finanzmarktkrise stelle sich heraus, dass der globale Wettbewerb „unglaublich brutal“ sei. Immer wollten alle „die Größten“ seien. Schäuble sagte, man stehe fassungslos davor und sehe doch immer wieder, wie das endet.


Schlechte Nachrichten gibt es für die Mitarbeiter im Motorenwerk Salzgitter. Dort drosselt VW die Produktion – eine Sonderschicht pro Woche sei vorsorglich abgesagt worden, sagte eine Werkssprecherin. In Salzgitter werden täglich rund 7.100 Otto- und Dieselmotoren hergestellt. In dem Werk arbeiten rund 7.000 Mitarbeiter.


Konferenz- und Finanz Center. Foto: Volkswagen Financial Services AG

Foto: Volkswagen Financial Services AG

Die VW-Finanztochter Volkswagen Financial Services verhängt einen Einstellungsstopp – erstmal bis zum Jahresende, hieß es aus Braunschweig. Schon mündlich gegebene Zusagen für Stellenbesetzungen seien davon aber unberührt. Auch sollen alle in diesem Jahr auslaufenden Verträge von Werkstudenten und Zeitarbeitern zunächst nicht verlängert werden. Nach dpa-Informationen sind knapp 30 Zeitverträge betroffen. Ob der Einstellungsstopp zum Jahreswechsel beendet oder aber verlängert werde, sei noch nicht entschieden.


VW-Aufsichtsratsmitglied und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) will die für den Skandal verantwortlichen Mitarbeiter hart bestrafen. Diejenigen, die erlaubt haben, dass dies geschehen kann und die, die entschieden haben, die Software zu installieren, haben kriminell gehandelt. Sie müssen deshalb dafür die persönliche Verantwortung übernehmen, sagte Lies der BBC. Der Aufsichtsrat müsse jetzt schnell herausfinden, warum er so lange nichts von dem Einsatz der Betrugssoftware erfahren habe.

Dienstag | 29.09.2015

Der erste US-Landkreis verklagt Volkswagen. Harris County in Texas fordert wegen Luftverpestung durch mindestens 6.000 in der Region verkaufte VW-Diesel umgerechnet 89 Millionen Euro. Aus dem Büro des zuständigen Staatsanwalts in Houston hieß es, VWs betrügerische Aktionen hätten es dem Landkreis erschwert, die staatlichen Klimaschutzvorgaben einzuhalten und so die Bürger zu schützen.


Da ist der Aktionsplan zur Nachbesserung der manipulierten Dieselwagen! VW will fünf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen. Die Wolfsburger wollen den betroffenen Kunden in den nächsten Wochen und Monaten per Post mitteilen, wann ihre Diesel-Fahrzeuge nachgebessert werden müssen. VW selbst spricht von „Servicemaßnahmen“. Es handle sich nicht um eine „Sicherheits-Rückrufaktion“, weil die Sicherheit der Fahrzeuge nicht tangiert sei, sagte ein VW-Sprecher. Außerdem bestreiten Ex-VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder und der frühere VW-Markenchef Wolfgang Bernhard, etwas von der Manipulationssoftware gewusst zu haben.


Rathaus BraunschweigJetzt zieht auch Braunschweig die Handbremse. Nach Wolfsburg fährt auch die Löwenstadt ihr Budget für dieses Jahr runter. Seit heute gelte eine eingeschränkte Haushaltssperre, sagt die Stadt. Demnach dürfen im laufenden Jahr zehn Prozent der 200 Millionen Euro schweren Aufwandsbudgets, die die laufenden Kosten der Fachbereiche und Referate umfassen, nicht ausgegeben werden. Die Stadt bangt nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen um Gewerbesteuer-Einnahmen. Im Braunschweiger VW-Werk arbeiten über 8.700 Menschen.


Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warnt davor, infolge des VW-Abgasskandals Arbeitsplätze in Deutschland und weltweit aufs Spiel zu setzen. Es gehe um einen dramatischen Vorgang, der aufgeklärt werden müsse. „Trotzdem wollen wir alles dafür tun, dass Volkswagen auch wieder in eine stabile Situation kommt – nicht wegen der Manager, aber wegen der 600.000 Beschäftigten, betonte Gabriel am Rande einer Fraktionssitzung in Berlin.


Die EU-Kommission dringt weiter auf Aufklärung. Heute Abend soll Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska in Brüssel mit VW-Markenchef Herbert Diess zusammenkommen. Ein Sprecher der Behörde sagte, man erwarte von Volkswagen, dass der Konzern die Situation erklärt, mit den nationalen Behörden zusammenarbeitet und die EU-Regeln einhält.


Umweltverbände fordern, dass eine unabhängige Kontrollbehörde den VW-Abgas-Skandal untersucht. Die Deutsche Umwelthilfe sagt, man habe in den vergangenen acht Jahren erlebt, wie „das ehemals stolze Kraftfahrt-Bundesamt zum devoten Dienstleister der Autobauer“ verkommen sei. Verkehrsministerium wie KBA hätten Hinweise und Warnungen der Umwelthilfe zu einem deutlich überhöhten Schadstoff-Ausstoß deutscher Diesel-Autos jahrelang ignoriert. Statt des KBA müsse eine unabhängige Institution nach dem Vorbild der US-Kontrollbehörde EPA her.


Reichen die Rückstellungen etwa nicht aus? Einem Bericht der „Automobilwoche“ zufolge nicht. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch auf entsprechende Fragen bei einer Manager-Versammlung. Die bisher veranschlagten 6,5 Milliarden Euro sind demnach vor allem für technologische Lösungen und Service-Leistungen vorgesehen. Möglicher Schadenersatz, Anwaltshonorare und andere Kosten kämen dabei noch obendrauf.


Arbeitnehmervertreter der VW-Tochter Audi fühlen sich zu Unrecht angegriffen. In einem Brief des Gesamtbetriebsrates an die Mitarbeiter steht, bei der Abgas-Affäre handle es sich um einen grob fahrlässigen Fehler einiger weniger, der einem „unternehmerischen Eigentor“ gleiche. Es sei nicht das Versagen eines ganzen Konzerns, wie es in der Öffentlichkeit diskutiert werde. Zu keinem Zeitpunkt sei die Sicherheit der Kunden in Gefahr gewesen. Dennoch lehrten die Vorfälle, dass die Unternehmenskultur neu durchdacht werden müsse.


Volkswagen verliert seinen Platz in mehreren Aktienindizes, die auf „nachhaltige“ Unternehmen ausgerichtet sind. So werde die Vorzugsaktie der Wolfsburger aus den sogenannten Sustainability-Indizes des Dow Jones für Europa und weltweit entfernt, teilten die Betreiber S&P Dow Jones Indices und RobecoSAM mit. In den Indizes sind Unternehmen enthalten, die sowohl unter ökonomischen Gesichtspunkten als auch mit Blick auf ihre Umweltverträglichkeit sowie soziale Kriterien führend sind. Bei Volkswagen habe man das jetzt neu beurteilt, hieß es.


VW kann von den Milliardenkosten infolge des Abgas-Skandals nur einen Bruchteil von der Manager-Haftpflichtversicherung zurückholen. Die Deckungssumme der sogenannten D&O-Versicherung dürfte kaum über einer halben Milliarde Euro liegen, sagte Michael Hendricks, Chef des Düsseldorfer D&O-Maklers Hendricks & Co. Laut dem Leiter der D&O-Versicherung des Maklers Aon in Hamburg, Marcel Roeder, liegt die Summe bei Dax-Konzernen häufig sogar nur bei 350 bis 400 Millionen Euro. Selbst wenn das Unternehmen weitere Millionen direkt von verantwortlichen Managern hereinholt, bliebe die Summe damit weit unter dem von VW geschätzten Schaden von 6,5 Milliarden Euro.

Montag | 28.09.2015

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn darf sich über ein Lob aus der Politik freuen. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann dankte ihm für seine Leistung an der Spitze des VW-Konzerns. Oppermann sagte, er empfinde großen Respekt für Winterkorns Lebensleistung. „Er hat wirklich Großartiges geleistet“, sagte der SPD-Politiker am Abend bei einem Wirtschaftsempfang, für den eigentlich der Ex-VW-Chef als Hauptredner vorgesehen war. Winterkorn hatte aber abgesagt.


Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller sieht Volkswagen aktuell vor der „größten Bewährungsprobe“ der Unternehmensgeschichte. „Es geht darum, verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen“, sagte Müller vor Führungskräften des Konzerns. Dazu brauche es eine schonungslose und konsequente Aufklärung. Müller sprach von einem „schweren Weg“. Dabei werde es nur Stück für Stück voran gehen – und es werde Rückschläge geben.


Wie es aussieht sind auch 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge manipuliert worden. Die „HAZ“ beruft sich auf die Marke VW Nutzfahrzeuge, die die Modelle Transporter, Caddy, Crafter und Amarok umfasst. In den nächsten Wochen will Volkswagen demnach den Behörden Lösungsvorschläge für technische Maßnahmen vorstellen, diskutieren und abstimmen.


Der Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs ist zu Gast am Sonntag, 1.11. von 9 bis 12 Uhr in der Sendung „Köpfe - Gesichter der Region“Die Stadt Wolfsburg zieht die Reißleine. Sie reagiert mit einer sofortigen Haushaltssperre sowie einem Einstellungsstopp auf die zu erwartenden finanziellen Konsequenzen des Abgas-Skandals bei VW. Oberbürgermeister Klaus Mohrs sagte, auch wenn Wolfsburg schuldenfrei sei und Rückstellungen habe bilden können, seien deutliche Gewerbesteuereinbußen zu erwarten. Der städtische Haushalt für 2016 sollte am 7. Oktober in den Rat der Stadt eingebracht werden – jetzt wurde der Termin auf den 16. Dezember verschoben, der Haushalt soll im Frühjahr verabschiedet werden.


Die neue VW-Führung und der Betriebsrat wollen nächste Woche die Belegschaft im Wolfsburger Stammwerk über die Folgen des Abgas-Skandals informieren. „Natürlich ist die Belegschaft momentan sehr angespannt; und natürlich gibt es auch Ängste, wie sich die Situation weiterentwickelt“, sagte Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh. Daher werde er gemeinsam mit dem neuen VW-Chef Matthias Müller auf einer Betriebsversammlung informieren.


Das Präsidium des Aufsichtsrats kommt übermorgen zur nächsten Krisensitzung zusammen. Dabei soll nach internen Ermittlungen ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden, verlautete aus Konzernkreisen. Demnach fiel die Entscheidung zum Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Fahrzeugen bereits in den Jahren 2005 und 2006 – und zwar in der Motorenentwicklung in der VW-Zentrale in Wolfsburg.


Volkswagen zieht offenbar weitere personelle Konsequenzen. Nach dpa-Informationen beurlaubte der Konzern neben anderen Top-Managern auch Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. VW selbst äußert sich dazu nicht, ebenso Audi in Ingolstadt. Den Informationen zufolge wehrt sich Hackenberg juristisch gegen seine Suspendierung. Volkswagen hatte letzten Freitag erklärt, erste Manager „beurlaubt“ zu haben, nannte aber keine Namen.


Jetzt wird es ernst für Martin Winterkorn! Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre ein Ermittlungsverfahren gegen den zurückgetretenen Ex-Chef eingeleitet. Von der Behörde hieß es am Mittag, es gebe Anzeigen gegen Winterkorn. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liege auf dem Vorwurf des Betruges durch den Verkauf von Kraftfahrzeugen mit manipulierten Abgaswerten.


Der Abgas-Skandal bei Volkswagen trifft erwartungsgemäß auch die Tochter Audi. Ein Sprecher sagte, weltweit seien 2,1 Millionen Modelle betroffen. Der fragliche Motor sei in den Varianten mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum als Turbodiesel in den Typen A1, A3, A4 und A6, dem Sportwagen TT sowie den Geländewagen Q3 und Q5 verbaut worden.

Sonntag | 27.09.2015

Matthias Müller findet deutliche Worte. Das „Handelsblatt“ zitiert aus einem Brief an die weltweit rund 600.000 VW-Mitarbeiter, in dem Müller schreibt „Wir klären jetzt schonungslos auf!“ – zusammen mit Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh weist der VW-Chef darauf hin, dass es neben der Aufklärung es eine der wichtigsten Aufgaben sei, dafür zu sorgen, dass so ein Skandal nie wieder vorkommen könne: „Dazu werden wir die strengsten Compliance- und Governance-Standards der gesamten Branche entwickeln und umsetzen. Auch hier müssen wir in Zukunft Maßstäbe setzen.“


Die italienische Regierung will landesweit 1.000 VW-Fahrzeuge stichprobenartig untersuchen lassen. Dass jeder Test rund 8.000 Euro koste, sei egal, sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Tageszeitung „La Stampa“. Man werde nicht warten, bis man die von VW und dem deutschen Kraftfahrtbundesamt erbetenen Daten erhalten habe.


Das Kraftfahrtbundesamt erhöht den Druck auf VW. Die „BamS“ schreibt, die Behörde habe die Rechtsabteilung von VW schriftlich aufgefordert, bis zum 7. Oktober einen „verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan“ vorzulegen, ob und bis wann die Fahrzeuge ohne Manipulationssoftware die verbindliche Abgas-Verordnung einhalten werden.

Samstag | 26.09.2015

Die Porsche Automobil Holding stockt ihren Anteil an Volkswagen weiter auf. Vom japanischen Autokonzern Suzuki seien 1,5 Prozent Stammaktien der Volkswagen AG außerbörslich erworben worden, hieß es heute von Porsche. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Beteiligung der Stuttgarter an VW steige damit auf 52,2 Prozent der Stammaktien. Die Porsche Holding unterstreiche damit ihre Position als Ankeraktionär bei den Wolfsburgern.


VW bereitet eine Nachbesserungsaktion für die manipulierten Diesel-Fahrzeuge vor. Sie soll die Besitzer nichts kosten. Ein Sprecher sagte in Wolfsburg, man habe sich einen Zeithorizont von wenigen Wochen gesetzt, in dem die Maßnahmen mit einem entsprechenden Zeitkorridor vorgestellt werden sollen. Die betroffenen elf Millionen Fahrzeuge seien identifiziert. Ab nächster Woche seien die Händler aussagefähig, sagte der Sprecher mit Blick auf verunsicherte Kunden.


Die Forderungen an Volkswagen, die betroffenen Autos so schnell wie möglich kostenlos zu reparieren, werden immer lauter. VW-Chef Matthias Müller müsse den Skandal transparent machen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Und das weltweit, sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Ulrich Hocker. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sören Bartol sagte der „Bild“, dass VW die betroffenen Fahrzeuge schnellstmöglich reparieren müsse.

Freitag | 25.09.2015

Golf, Passat, Tiguan: Unter den weltweit elf Millionen manipulierten Fahrzeugen aus dem Volkswagen-Konzern stammen rund fünf Millionen von VW. Am späten Abend hieß es von VW, betroffen seien unterschiedliche Fahrzeugmodelle aus mehreren Baujahren, etwa der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und die erste Generation des Tiguan. Weitere Angaben machte Volkswagen nicht.


Der Aufsichtsrat hat entschieden: Matthias Müller soll als neuer VW-Chef die Abgas-Affäre in den Griff bekommen. In einer mehr als siebenstündigen Sitzung auf dem Stammgelände in Wolfsburg wählte das 20-köpfige Gremium den 62-Jährigen zum Nachfolger von Martin Winterkorn. Müller sagte: „Meine vordringlichste Aufgabe wird es sein, Vertrauen für den Volkswagen-Konzern zurückzugewinnen – durch schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz.“ Nicht nur der VW-Chefposten wurde neu besetzt: die Märkte USA, Mexiko und Kanada werden in der neu geschaffenen Region Nordamerika zusammengefasst. Mit dem bisherigen Skoda-Chef Winfried Vahland steht dem Marktbereich auch ein neuer Chef vor. Der infolge des Skandals in die Kritik geratene US-Regionalchef von Volkswagen, Michael Horn, bleibt im Amt. An die Stelle Vahlands bei Skoda soll der bisherige Vertriebschef von Porsche, Bernhard Maier, treten. Der bisherige VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch soll trotz des Abgas-Skandals wie geplant in den VW-Aufsichtsrat gewählt werden. Vertriebsvorstand Christian Klingler verlässt den Konzern.


Jetzt wissen wir, wie viele VW-Dieselfahrzeuge in Deutschland mit einem Schummelmotor unterwegs sind. Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sind rund 2,8 Millionen Wagen betroffen. Demnach wurden auch bei leichten Nutzfahrzeugen die Abgaswerte geschönt. Nach aktueller Kenntnis seien dies Fahrzeuge der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse. Es stehe aber auch zur Diskussion, dass zusätzlich 1,2-Liter-Fahrzeuge manipuliert worden seien. Weiteres werde gerade in den Gesprächen mit VW ermittelt, sagte Dobrindt.


Auch die indischen Behörden untersuchen die VW-Fahrzeuge. Das Schwerindustrieministerium sagt, würden indische Normen verletzt, werde reagiert. In Indien gilt die Abgasnorm Euro 4, in Deutschland etwa gilt die strengere Norm Euro 6 für alle Neufahrzeuge. Auch Litauen kündigte unterdessen entsprechende Untersuchungen an – auch mit Blick auf mögliche Umweltschäden.


Möglicherweise haben getäuschte VW-Kunden Anspruch auf Schadenersatz. Aus dem Bundesjustizministerium hieß es am Mittag, wenn eine Kaufsache nicht die vereinbarte Beschaffenheit habe, verletze der Verkäufer seine Pflicht. Das gelte auch, wenn sich der Käufer auf öffentliche Äußerungen des Verkäufers verlassen habe –auch beim Thema Abgaswerte. Ob VW sich schuldhaft verhalten habe, könne aber noch nicht gesagt werden.


Nach seinem Rücktritt als VW-Konzernchef neigt sich für Martin Winterkorn wohl auch seine Zeit als Vorsitzender der Dachgesellschaft Porsche SE dem Ende entgegen. Wie aus Konzernkreisen durchsickert, soll der 68-Jährige unter keinen Umständen an der Porsche-Spitze bleiben. Zuvor hatte „Spiegel Online“ berichtet, dass Winterkorn im Amt bleiben wolle. Ein Porsche-Sprecher wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Donnerstag | 24.09.2015

Im Stühlerücken beim VW-Konzern hat der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller die besten Chancen auf die Nachfolge von Martin Winterkorn. So war heute zumindest aus Konzernkreisen zu hören. Die Entscheidung soll morgen bei einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats fallen.


Die Aktivisten, die den Diesel-Abgas-Skandal bei VW ins Rollen brachten, wollen auch andere Antriebsarten unter die Lupe nehmen. Sowohl als auch auf der Straße werde man weitere Tests machen, sagte das International Council on Clean Transportation der „Automobilwoche“. Auch andere Antriebe würden beleuchtet. Ob noch andere Autobauer überführt werden könnten, sei noch nicht absehbar.


Die VW-Krise hat jetzt wohl auch personelle Konsequenzen bei den Töchtern Porsche und Audi. Der für Forschung zuständige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz muss gehen, wie die aus Konzernkreisen zu hören war. Auch Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg muss demnach seinen Posten räumen.


Die schwedische Bank Nordea verbietet ihren Händlern den Kauf von Volkswagen-Aktien. Eine Sprecherin der Bank bestätigte das Verbot, konnte aber nicht sagen, wie lange es dauern soll. Der Zeitung „Dagens Industri“ zufolge soll es für sechs Monate aufrechterhalten werden.


Fiat Chrysler will nichts mit gefälschten Abgasmessungen in seinen Fahrzeugen zu tun haben. Aufsichtsratschef John Elkann sagte in Rom, er sei besonders stolz darauf, dass Fiat Chrysler weltweit zu den Firmen zählt, die am meisten die Umwelt respektieren. Den Volkswagen-Skandal wollte er aber nicht direkt kommentieren.


Der VW-Betriebsrat will einen „grundlegenden Kulturwandel“ im Unternehmen. In einem Schreiben an die Mitarbeiter spricht sich Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh zudem für „eine Persönlichkeit mit großem technischen und unternehmerischen Sachverstand und gleichzeitig großer sozialer Kompetenz“ als Nachfolger für Martin Winterkorn aus.


Foto: Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

Nach dem Rücktritt Martin Winterkorns bleibt VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs gelassen. Er geht nicht davon aus, dass der personelle Wechsel an der VW-Spitze Auswirkungen auf die Unterstützung des Konzerns für den Fußball-Bundesligisten hat. „Ich bin ziemlich überzeugt, dass es da keine Veränderungen geben wird“, sagte Allofs. Die VW-Krise an sich wollte der VfL-Manager nicht kommentieren. Der VfL Wolfsburg war erst in der Amtszeit Winterkorns als VW-Chef zur hundertprozentigen Konzerntochter geworden.


BMW weist einen Bericht über angebliche Manipulationen von Werten bei Abgastests zurück. Aus München heißt es: „Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert, und wir halten uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben und erfüllen alle lokalen Testvorgaben“. Vorher waren die Aktien des Autobauers auf Talfahrt gegangen, nachdem „Auto Bild“ über Grenzwert-Überschreitungen bei Abgastests auch bei BMW berichtet hatte.


Was eigentlich klar war, ist jetzt auch offiziell: Auch auf Europas Straßen sind Dieselautos von VW unterwegs, deren Abgaswerte manipuliert wurden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, das sei ihm von der eingesetzten Untersuchungskommission in Wolfsburg mitgeteilt worden. Um wie viele Autos es genau gehe, stehe noch nicht fest: „Das wird sich in den nächsten Tagen klären.“


Auch vier Modellreihen der Tochter Audi müssen jetzt unter die Lupe genommen werden. Der Motor vom Typ EA 189 sei auch in Fahrzeuge der Modellreihen A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, hieß es aus Ingolstadt. Die genauen Baujahre und die Anzahl der Fahrzeuge könnten aber noch nicht genannt werden – auch nicht, ob die Autos von den Software-Manipulationen betroffen seien.


Volkswagen bereitet unter Hochdruck eine Liste der von der Abgas-Affäre betroffenen Dieselwagen vor. Trotz aller Anstrengungen könne man noch nicht sagen, wann die Liste veröffentlicht wird, sagte ein VW-Sprecher. Möglicherweise werde die Liste noch in dieser Woche fertig. Erst dann könne über eine mögliche Rückrufaktion entschieden werden.


Auf VW kommt in den USA und in Kanada wohl eine Flut von Sammelklagen zu. Rund 40 solcher Klagen sind dort unter anderem nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ bereits bei Gerichten eingereicht worden. Kläger sind demnach vor allem private Autokäufer, in einem Fall auch ein Autohändler. Die Käufer sehen sich in Sachen Umweltfreundlichkeit von VW getäuscht.


Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) rechnet kurzfristig mit weiteren personellen Konsequenzen im Hause VW. „Wir verlangen diese Konsequenzen auch“, sagte Lies, der Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist, am Morgen im Bayerischen Rundfunk. Es gehe um die gesamte Struktur bei Volkswagen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte unterdessen rückhaltlose Aufklärung an.

Mittwoch | 23.09.2015

Nach dem Winterkorn-Rücktritt wird am Abend noch bekannt, dass VW Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig stellen wird. Das Präsidium des Aufsichtsrates schreibt: „Es steht nach Ansicht des Präsidiums fest, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, die auch strafrechtlich relevant sein können.“ Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden vom Konzern in aller Form unterstützt.


Martin Winterkorn tritt als Vorstandschef von Volkswagen zurück. Das gab der Konzern nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher in Wolfsburg bekannt. In einer Erklärung Winterkorns heißt es: „Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren.“ Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung für die bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren. Er habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit ihm eine Vereinbarung zur Beendigung seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns zu treffen. „Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin“, so Winterkorn. Der VW-Aufsichtsrat wird nicht vor übermorgen über einen Nachfolger des 68-Jährigen entscheiden.


Der Absturz der VW-Aktie ruft auch die Finanzaufsicht auf den Plan. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bestätigte einen Zeitungsbericht, wonach die Behörde mögliche Unregelmäßigkeiten beim Handel mit VW-Aktien prüfe. Es handle sich aber um eine routinemäßige Untersuchung, die immer bei großen Kursschwankungen anstehe. Die VW-Aktie war um bis zu 20 Prozent eingebrochen, hatte sich heute Vormittag aber etwas erholt.


Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sieht im VW-Betrugsskandal eine Gefahr für den Innovationsstandort Deutschland. „Zur Innovationsfreude eines Landes gehört auch Vertrauen“, sagte Kauder. Deswegen müsse mit offenen Karten gespielt werden. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete die Manipulationen auf der IAA als „völlig inakzeptabel“. Der Schaden, den einige Leute verursacht hätten, sei riesig.


Volkswagen hat über eine mögliche Rückrufaktion der betroffenen Dieselwagen noch nicht entschieden – genaue Informationen über die fraglichen Modelle gibt es bisher nicht. „Soweit sind wir noch nicht, wir kennen ja erst seit gestern die Zahl“, sagte ein Konzernsprecher.


Der Autoverband VDA hat die Manipulationen bei Volkswagen scharf kritisiert. Das gehe gar nicht, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Allerdings dürfe man jetzt nicht den Fehler machen, Hunderte von Zulieferern und Herstellern unter Generalverdacht zu stellen. Auch BDI-Präsident Ulrich Grillo kritisierte VW, nahm aber die deutsche Industrie insgesamt in Schutz. Grillo sagte, das Label „Made in Germany“ werde weltweit zurecht geachtet.


VW gerät jetzt auch in Deutschland ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen VW einleitet. Im Fokus der Vorermittlungen stünden mögliche rechtliche Schritte gegen verantwortliche Mitarbeiter der Volkswagen AG, heißt es. Anlass dafür seien auch eingegangene Strafanzeigen von Bürgern. Wie genau deren Vorwürfe lauten, verriet weder die Staatsanwaltschaft noch das niedersächsische Justizministerium informiert.


Die EU-Kommission kann noch nicht sagen, ob auch Messwerte von VW-Fahrzeugen in Europa manipuliert worden sind. Dafür sei es noch zu früh, hieß es aus Brüssel. Es gelte jetzt vor allem zu klären, ob nur VW und nur der amerikanische Markt betroffen seien. In den nächsten Tagen will Kommission ein Treffen der nationalen Aufsichtsbehörden einberufen, um über das aktuelle Abgastest-System in Europa zu beraten.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geht in Deckung. Er sagte, der Vorwurf der Grünen, sein Haus habe vom konkreten Einsatz einer Abgas-Manipulations-Software bei Autoherstellern gewusst, sei „falsch und unanständig“. Von dem Verdacht gegen VW habe auch er zum ersten am Wochenende gehört: „Ich hab’s aus der Zeitung erfahren, wie alle anderen auch.“


So ernst die Abgas-Krise für Volkswagen ist, das Netz reagiert mit Häme und Spott auf die manipulierten Abgasmessungen. Drei Tweets als Beispiel: „Vom Winde VWeht“ @Mr_Starkey, „Mehr Abgase als gedacht: VW-Dieselautos in den USA plötzlich beliebt wie nie“ @Der_Postillon, „Die Gelegenheit scheint günstig sich Volkswagen zuzulegen. Also, den ganzen Konzern.“ @bengtrock


VW hofft anscheinend auf eine renommierte US-Anwaltskanzlei. Die Agentur Bloomberg beruft sich auf eine VW-Sprecherin und meldet, die Volkswagen AG habe in den USA die Kanzlei Kirkland & Ellis LLP angeheuert. Die Kanzlei hatte den Ölkonzern BP nach der tödlichen Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ vertreten. Eine Sprecherin der Kanzlei lehnte eine Stellungnahme ab.

Dienstag | 22.09.2015

Schon heute Abend ist das Präsidium des Volkswagen-Aufsichtsrats zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Nach Informationen der „HAZ“ waren auch Topmanagern des Konzerns mit dabei. Über mögliche Beschlüsse drang nichts nach außen. Morgen wird das Treffen fortgesetzt.


Der Volkswagen-Konzern gerät weiter unter Druck. Mehrere US-Bundesstaaten schmieden ein Bündnis, um Ermittlungen gegen VW einzuleiten. Ein Sprecher eines New Yorker Staatsanwalts sagte, dass sowohl wegen möglicher Straftaten wie Betrug als auch wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Umweltgesetze auf bundesstaatlicher Ebene weitere empfindliche Strafen und Bußgelder verhängt werden könnten.


Die IG Metall ist gegen vorschnelle Personalentscheidungen bei VW. Zunächst müssten alle Fakten auf dem Tisch liegen, sagte die Gewerkschaft. Die IG Metall geht davon aus, dass bei der morgen anstehenden Aufsichtsratssitzung neue Erkenntnisse ans Licht kommen. Den Vorsitz des Kontrollgremiums führt der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber.


Die französische Regierung fordert eine Untersuchung auf EU-Ebene. „Es ist notwendig, das auf europäischem Niveau zu machen, wir haben ja auch einen europäischen Markt“, sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin dem Sender Europe 1. Die französischen Automobilhersteller, die in harter Konkurrenz zu den deutschen Autokonzernen stehen, unterstützten den Vorstoß.


VW-Chef Martin Winterkorn steht massiv unter Druck, will seinen Posten an der Konzernspitze aber nicht aufgeben. Es wäre falsch, „wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger die harte und ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerät“, sagte Winterkorn in einem von Video-Statement. „Das hat unsere Mannschaft nicht verdient. Auch deshalb bitten wir, bitte ich, um Ihr Vertrauen auf unserem weiteren Weg“, sagte der 68-Jährige.


Im Abgas-Skandal bei VW setzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Untersuchungskommission ein. Die Kommission unter Leitung von Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald werde noch diese Woche nach Wolfsburg reisen, sagte Dobrindt in Berlin.


Niedersachsens Finanzminister bleibt erstmal gelassen, was den Kurssturz der VW-Aktie angeht. Peter-Jürgen Schneider (SPD) sagte, der Kursrutsch sei für das Land als größten Anteilseigner derzeit praktisch ohne Auswirkungen. Ernsthafte Risiken für den Landeshaushalt gebe es nach bisherigem Stand nicht. Niedersachsen hält als VW-Großaktionär gut 59 Millionen Stammaktien und damit rund 20 Prozent an Volkswagen.


Der VW-Konzern will sich zu Medienberichten über eine angebliche Ablösung von Vorstandschef Martin Winterkorn wegen nicht äußern. Konkret geht es um einen Artikel des heutigen „Tagesspiegel“. Darin beruft sich die Zeitung auf Aufsichtsratskreise und schreibt, das VW-Kontrollgremium wolle den 68-Jährigen am Freitag von seinen Aufgaben an der Konzernspitze entbinden und dafür den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Nachfolger küren.


Foto: Volkswagen AG

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert eine rasche und volle Aufklärung der Abgas-Manipulationen bei VW. Sie sprach sich für „volle Transparenz“ aus. Ähnlich äußerte sich auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Besuch in Sri Lanka. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bezeichnete die gezielten Manipulationen als „etwas, das mehr als Verwunderung auslöst“. Die Opposition sieht jetzt auch das Bundesverkehrsministerium am Zug. Grüne und Linke im Bundestag forderten Konsequenzen für die gesamte Autobranche und Aufsichtsbehörden. Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn sagte, sie sei überzeugt, dass die komplette VW-Führungsriege von den „Softwaremogeleien“ wusste.


Auch Italien will Aufklärung. Das Verkehrsministerium möchte von VW und dem Kraftfahrtbundesamt wissen, ob die in den USA bekanntgewordenen Verfahren auch bei Zulassungen für Europa angewendet und ob betroffene Fahrzeuge auch in Italien verkauft wurden. Vorher hatte Australien ganz ähnlich reagiert. Südkorea fordert sogar Abgas-Sondertests bei VW.


Die Abgas-Affäre alarmiert auch die Umweltbehörden in Deutschland. „Eine solche Abgas-Betrügerei täuscht ja nicht nur die Kunden“, sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Sie führe auch zu deutlich schlechterer Luft, was wiederum die Gesundheit gefährde. Krautzberger betonte, ihre Behörde weise schon seit Ende der 90er Jahre darauf hin, dass auch in Deutschland die realen Schadstoff-Emissionen höher seien als die Prüfwerte auf dem Rollband. Damit müsse Schluss sein.


Niedersachsens ehemaliger Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) fordert, die geplante Vertragsverlängerung für VW-Chef Martin Winterkorn zu verschieben. „Solange nicht lückenlos aufgeklärt ist, wer von den Manipulationen wusste und vom wem sie angeordnet wurden, sollte hier keine Entscheidung gefällt werden“, sagte das ehemalige VW-Aufsichtsratsmitglied. Bisher ist vorgesehen, dass Winterkorns Vertrag am kommenden Freitag bis 2018 verlängert wird.


Nach der Gewinnwarnung brechen die VW-Vorzugsaktien wieder massiv ein. Am späten Vormittag rutschten die Papiere in der Spitze um neuerliche 23 Prozent auf das tiefste Niveau seit vier Jahren ab.


Volkswagen sieht sich zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Wegen der Abgas-Affäre würden im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro „ergebniswirksam zurückgestellt“, hieß es aus Wolfsburg. Ein VW-Sprecher erklärte, dass es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme handle. Neben einem Imageverlust drohen Volkswagen Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar, Rückrufkosten, strafrechtliche Folgen sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und Aktionären.


Jetzt scheint klar, wie viele VW-Fahrzeuge weltweit mit der Manipulationssoftware unterwegs sind. Volkswagen hat bei internen Prüfungen zum Diesel-Skandal Unstimmigkeiten in den Messwerten rund elf Millionen Fahrzeugen eingeräumt. Bei den betreffenden Modellen gebe es „auffällige Abweichungen“ zwischen den Messwerten bei Tests und im regulären Fahrbetrieb, hieß es von VW.


Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung warnt vor einem Jobabbau wegen des Abgas-Skandals. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der „Bild“-Zeitung: „Der Imageschaden wird VW nicht nur in den USA, sondern auch global teuer zu stehen kommen.“ Damit würden auch Jobs bei VW und vielen Zulieferern in Deutschland gefährdet sein. Die möglichen Strafzahlungen für VW seien „noch das geringste der Probleme“. Ab sofort gehe es um Schadensbegrenzung.


Auch ein Ausschuss des US-Kongresses will sich mit dem VW-Skandal befassen. Wie es aus Washington heißt, solle es in den kommenden Wochen eine Anhörung zu den Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA geben, dass VW Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeug-Tests geschönt haben soll.

Montag | 21.09.2015

Was für den Amerika-Chef von Volkswagen, Michael Horn, ein schöner Abend werden sollte, glich dann doch eher einem Gang nach Canossa. Bei der Präsentation des neuen Passat-Modells in New York zeigte sich Horn reumütig: „Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut.“


Bei VW-Dieselfahrzeugen in Deutschland wird ab jetzt ganz genau hingeguckt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lässt sie jetzt überprüfen. Er sagte der „Bild“, dass es unabhängige Kontrollen gebe es immer wieder. Allerdings habe er jetzt das Kraftfahrtbundesamt angewiesen, bei VW umgehend strenge spezifische Nachprüfungen durch unabhängige Gutachter zu veranlassen.


Der Absturz der VW-Aktie als hat ein Nachspiel im niedersächsischen Landtag. Das Land habe von jetzt auf gleich mehrere Milliarden Euro an VW-Aktienwerten verloren, erklärte CDU-Fraktionsvize Dirk Toepffer und beantragte eine Unterrichtung im Wirtschaftsausschuss. Das Finanzministerium dagegen sagt, durch den Absturz sei dem Land bisher kein Schaden entstanden, da Gewinn oder Verlust erst bei einem Verkauf realisiert würden. Niedersachsen hält als Großaktionär gut 59 Millionen Stammaktien, was einer VW-Beteiligungsquote von 20 Prozent entspricht.


Bernd Osterloh, Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei VW. Foto: Volkswagen AG

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VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh warnt von Vorverurteilungen. „Wir gucken uns in den nächsten Tagen an, was passiert ist, wer die Verantwortung trägt“, sagte Osterloh auf der IAA in Frankfurt. Dass es dabei nicht um einen Sachbearbeiter gehe, sei klar. Aber jetzt schon den Abschied von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zu fordern, sei ein Unding. Dem „Stern“ sagte Osterloh, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.


In Wolfsburg wird eine Krisensitzung vorbereitet. Aus Konzernkreisen heißt es, das mächtige Präsidium des VW-Aufsichtsrats komme übermorgen zusammen, um über die Folgen der manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen in den USA zu beraten.


Porsche ist nach eigener Aussage nicht von dem Manipulationsskandal seiner Konzernmutter VW in den USA betroffen. Da es bei den untersuchten Diesel-Autos in den USA nur um Vierzylinder-Motoren gehe, sei man prinzipiell nicht betroffen – diese verwende man gar nicht, sagte ein Sprecher des Sportwagen-Herstellers, der so oder so vor allem auf Benziner setzt. Auch Daimler ist nach eigener Darstellung nicht von den Ermittlungen betroffen. Ein Sprecher sagte: „Es gibt nach unseren Erkenntnissen keine Untersuchungen zu Mercedes-Benz.“


Auch die Brüsseler EU-Kommission pocht auf Aufklärung seitens Volkswagen. Die Behörde steht im Kontakt mit Wolfsburg und mit den involvierten US-Behörden. Eine Sprecherin sagte, es sei zu früh, um etwas darüber zu sagen, ob irgendwelche besonderen sofortigen Überwachungsmaßnahmen in Europa nötig und ob dort VW-Fahrzeuge betroffen seien. Die EU-Kommission nehme die Sache sehr ernst.


Foto: Volkswagen AG

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Der Naturschutzbund Deutschland fordert eine schnelle und lückenlose Aufklärung von VW. „Das Bestreben von Volkswagen, bis 2018 zum umweltfreundlichsten Autokonzern der Welt zu werden, ist stark beschädigt“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Volkswagen ist seit vielen Jahren ein Kooperationspartner des Nabu. So veranstalten beide zusammen etwa Spritspar-Trainings für Autofahrer. VW unterstützt Naturschutzprojekte des Nabu, unter anderem ein Schutzprojekt für Wölfe.


Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Kontrolleur Stephan Weil geht mit Volkswagen hart ins Gericht. „Eine Manipulation von Emissionstests ist völlig inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen“, sagte Weil am Morgen. Es müsse selbstverständlicher Anspruch des VW-Konzerns sein, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.


VW Volkswagen AGDie VW-Aktie rauscht nach unten. Zum Mittag stand der Kurs der VW-Vorzüge an der Börse in Frankfurt um mehr als ein Fünftel (20,35 %) im Minus. Schon direkt nach der Eröffnung des Handels war es für das Papier stark bergab gegangen, Volkswagen war damit im deutschen Leitindex klar abgeschlagen. Auch andere Autowerte wie BMW, Daimler und Continental gerieten in den Sog der Entwicklung.


VW stoppt auf dem US-Markt den Verkauf von Diesel-Autos mit Vierzylindermotoren. Ein Konzernsprecher sagte, betroffen seien aktuelle Modelle der Marken VW und Audi. VW werde bis auf weiteres auch keine gebrauchten Fahrzeuge dieses Typs mehr verkaufen.


Foto: Volkswagen AG

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Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird angezählt. Nach Meinung von Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer ist er an der VW-Spitze untragbar. Dudenhöffer sagte der „Frankfurter Rundschau“, dass Winterkorn entweder von den Manipulationen gewusst habe oder aber ahnungslos sei und darum seinen Geschäftsbereich nicht im Griff habe. Der „Westdeutschen Allgemeinen“ sagte der Experte: „Jeder Politiker könnte bei einer solchen Angelegenheit nicht in seinem Amt bleiben.“

Sonntag | 20.09.2015

Die Grünen im Bundestag wollen Aufklärung von VW. Es müsse geklärt werden, ob auch in Deutschland manipuliert werde, sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Bärbel Höhn: „Die Aufklärung werden wir mit Nachdruck im Bundestag einfordern und auch schauen, ob deutsche Behörden bei diesen illegalen Aktivitäten durch aktives Wegschauen geholfen haben.“


Volkswagen räumt die Manipulationsvorwürfe der US-Umweltbehörde EPA bei Abgastests von Dieselautos in den USA ein. Ein Konzernsprecher in Wolfsburg fasste es kurz und knapp zusammen: „Die Manipulation an der eingesetzten Software hat es gegeben.“ Damit dürfte endgültig eine Lawine ins Rollen kommen…


Foto: Volkswagen AG

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Die Vorwürfe aus den USA wiegen schwer. Deswegen hat VW-Chef Martin Winterkorn eine umfassende Aufklärung des Abgas-Skandals angekündigt. „Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben“, teilte Winterkorn heute in Wolfsburg mit. „Die Geschehnisse haben für uns im Vorstand und für mich ganz persönlich höchste Priorität.“ VW habe eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Ob und inwiefern an den Vorwürfen etwas dran ist, sagte Winterkorn nicht direkt.


Nach den Vorwürfen gegen VW in den USA fordert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer auch in Europa eine Untersuchung. „Sicherlich müssen jetzt auch die EU-Kommission und das Bundesverkehrsministerium den Dingen nachgehen und klären, inwieweit diese Software auch in Europa und Deutschland eingesetzt wurde und falsche Abgaswerte vorgaukelt“, sagte Dudenhöffer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Samstag | 19.09.2015

Als Reaktion auf die mutmaßliche Manipulation bei Volkswagen will die Deutsche Umwelthilfe ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen in Deutschland erreichen. Denn das Problem bestehe nicht nur in den USA, sondern in noch deutlich stärkerem Umfang in Europa vor allem bei den deutschen Herstellern, behauptet die Organisation.

Freitag | 18.09.2015

Jetzt wird es öffentlich: Volkswagen steht in den USA vor möglicherweise schwerwiegenden Problemen. Die Umweltbehörde EPA wirft VW Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz „Clean Air Act“ vor und fordert den Rückruf von 482.000 Diesel-Fahrzeugen in Kalifornien. Der Konzern stehe im Verdacht, eine spezielle Software eingesetzt zu haben, um die Messung des Schadstoffausstoßes zu manipulieren, steht in einer EPA-Mitteilung. Sollte sich das bestätigen, dürften auf VW hohe Bußgelder und Zivilklagen zukommen. Volkswagen selbst erklärte zunächst nur, bei den Ermittlungen kooperieren zu wollen. Die Wolfsburger tun sich auf dem US-Markt ohnehin schwer und kämpfen dort schon lange mit schwachen Verkaufszahlen.

Donnerstag | 03.09.2015

Volkswagen räumt hinter den Kulissen gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Abgastests von Dieselfahrzeugen ein. Danach bleibt es erstmal ruhig in der Öffentlichkeit.

Text: Christopher Kulling


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