Angeklagter schweigt im Mordprozess


Das Landgericht in Braunschweig

Im Januar hatte ein Fall aus Salzgitter Aufsehen erregt: ein Mann wurde im Dunkeln auf einem Supermarktparkplatz niedergeschossen und starb noch in der Nacht an seinen schweren Verletzungen. Jetzt steht der Bruder seiner damaligen Freundin dafür vor Gericht. Vor Gericht schweigt der Mann allerdings. Er hat direkt zum Prozessbeginn am Landgericht Braunschweig verkünden lassen, dass er sich nicht zu den Vorwürfen äußern wird. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dem Freund der Schwester in Januar auf dem Parkplatz aufgelauert und ihn dann erschossen zu haben. Grund dafür soll die Wiederherstellung der Familienehre gewesen sein – denn der Freund der Schwester war Christ – die Familie muslimischen Glaubens. Im Vorfeld der tat habe es bereits Drohungen gegen das Paar gegeben. Mord aus Heimtücke und niedere Beweggründe sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz – so lautet die Anklage. Angesetzt sind neun  Verhandlungstage bis Ende Oktober.