Fast 200 Geschädigte weltweit, dazu ein Millionenschaden – internationalen Ermittlern ist ein Schlag gegen cyberkriminelle Erpresser gelungen. Dabei handelt es sich um die Gruppierung „Blacksuit/Royal“, denen auch Menschen in Niedersachsen zum Opfer gefallen sind.
Die Masche ist denkbar einfach: es werden Daten geklaut und verschlüsselt, dann wird gedroht, die Daten zu veröffentlichen, wenn kein Lösegeld gezahlt wird. Das LKA habe durch die frühe Opfererkennung im Raum Hannover eine führende Rolle eingenommen, laut dpa konnte die technische Infrastruktur der Gruppe beschlagnahmt werden. Im europäischen Ausland wurden mehrere Serversysteme sichergestellt und vom Netz genommen. Das habe unter anderem die Kommunikation und die Verbreitung von Schadsoftware lahmgelegt. Wo genau die Infrastruktur stand, werde nicht bekannt gegeben, nur dass es sich um den russischsprachigen Raum sitzen. Unter den 184 Geschädigten sind Unternehmen und auch Einrichtungen aus allen Branchen, 40 davon sitzen in Deutschland. Weltweit sind die Erpresser an 500 Millionen US-Dollar gekommen. Die Ermittler haben eine erhebliche Menge Daten sichern können, diese werden nun ausgewertet. Weitere Ermittlungsansätze sollen nun generiert werden.
Festnahmen gab es keine, da diese vom Reiseverhalten der Täter abhängig seien. Allerdings würden auch Haftbefehle bei den weiteren Ermittlungen in Frage kommen.
