Mit Schockanrufen 110.000 Euro von einer Fallersleberin erpresst

110.000 Euro haben Betrüger in Fallersleben erbeutet. Nach den beiden erfolgreichen Schockanrufen warnt die Polizei nun noch einmal explizit vor dieser Masche. Paula Bayer aus der Radio38-Aktuell-Redaktion mit den Einzelheiten:

Am Montag erbeuteten die Unbekannten rund 50.000 Euro von einem 85-Jährigen. Ein Mann gab sich am Telefon als sein kranker Sohn aus, der Hilfe brauche. Der Senior bezahlte ihn in Bargeld und Wertsachen. Einen Tag später traf es eine 76-jährige Frau, dessen Tochter angeblich dringend teure Medikamente brauche. Sie übergab einem unbekannten Abholer daraufhin rund 60.000 Euro. In beiden Fällen hielten die Täter die Senioren über eine Stunde lang in der Leitung, um Druck aufzubauen und mehr Geld fordern zu können. Als sie mit ihren Familien sprachen, flog der Betrug auf.

Folgende Tipps gibt die Polizei zum Umgang mit solchen Anrufen:

  • Bei sogenannten Schockanrufen setzen die Täter die Betroffenen durch das Vortäuschen einer belastenden Geschichte unter emotionalen und zeitlichen Druck. Hierbei wird zumeist eine Notlage eines Angehörigen vorgegeben, die in der Realität nicht existiert. Das Ziel der Betrüger ist es, an das Vermögen der Betroffenen zu gelangen.
  • Die Täter geben sich unter anderem als Arzt, Bankmitarbeiter oder auch Polizeibeamter aus. Dabei können die Geschichten stark variieren.
  • Oft werden die Betroffenen bis zur Geldübergabe in der Leitung gehalten. Damit wollen die Täter verhindern, dass die Betroffenen mit anderen über die Situation sprechen. Zusätzlich soll die Schocksituation aufrechterhalten werden.
  • Die Polizei rät, bei dem Verdacht eines Schockanrufs sofort
  • aufzulegen! Zudem sollte umgehend der Anrufer/ die Anruferin oder eine Person des Vertrauens über eine bereits bekannte Nummer kontaktiert werden. Niemals sollten Informationen über die persönlichen Vermögensverhältnisse preisgegeben werden. Ebenfalls sollten Betroffene niemals Wertgegenstände an Unbekannte übergeben.
  • Sollten Betroffene ein Anruf verdächtig vorkommen, sollten sie unbedingt die Polizei unter der 110 informieren.
  • Betroffene, die Opfer eines Telefonbetrugs geworden sind, sollten sich in jedem Fall ebenfalls an die Polizei wenden.